Zwischen Uni und Prada

Till Wenner ist ein Model der Stunde

Mit gerade einmal 22 Jahren wird Till Wenner aus der Nähe von Osnabrück als Prada Exclusive Model gebucht. Es ist sein erster richtiger Modeljob. Darauf folgen Jobs für Louis Vuitton, Dior und Saint Laurent. Wie fühlt sich das an? Till wohnt nun in Berlin und wir haben die Gelegenheit genutzt, um neben der Fotostrecke von Gregor Hohenberg auch ein Interview mit ihm zu führen.

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Total look PRADA

ACHTUNG: Was bedeutet es ein Prada Exclusive Model zu sein?

Till Wenner: Eigentlich bedeutet es erstmal, dass man in Mailand für die Saison nur für Prada laufen darf. Als New Face ist man dann schon einige Tage vorher in der Stadt – dort wird dann Laufen geübt, die Fittings finden statt und in der Regel bekommt man auch einen neuen Haarschnitt. Exklusiv für Prada zu laufen ist natürlich ein sehr krasses Gefühl. Gerade wenn der erste richtige Job direkt so eine Marke wie Prada ist. Das hat sich am Anfang alles ziemlich surreal angefühlt. So viele neue Eindrücke in so kurzer Zeit habe ich vorher in meinem Leben noch nicht gesammelt.

A: Wie ist Miuccia Prada?

TW: Ich habe sie nur kurz gesehen, vielleicht 30 Minuten. In der kurzen Zeit war sie aber sehr nett zu mir und den anderen New Faces.

A: Wie ist Raf Simons?

TW: Raf Simons habe ich öfter gesehen als Miuccia Prada. Zum ersten Mal beim Casting, da war ich natürlich ziemlich aufgeregt. Er war immer freundlich zu mir und hat einen sehr professionellen Eindruck gemacht. Gerade vor einer Schau muss der Alltag stressig sein, dabei immer nett zu bleiben ist wahrscheinlich auch nicht einfach.

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A: Nenne den ersten Begriff, der dir zu „Mode“ in den Sinn kommt.

TW: Kreativität.

A: Nenne den ersten Begriff, der dir zu „Modeln“ in den Sinn kommt.

TW: Reisen.

A: Welche ist deine schönste Erinnerung als Model?

TW: Schwierig, da sind viele schöne Erinnerungen. Am besten war aber wahrscheinlich die ganze Saint Laurent Erfahrung. Ich war eine Woche zusammen mit anderen Models in einem Hotel in untergebracht. Das hat sich ein bisschen angefühlt wie Klassenfahrt. Tagsüber sind wir dann zur Show-Location gefahren und haben Aufnahmen gemacht und geprobt. Die Show war mitten in der Wüste, dementsprechend hatten wir natürlich extremes Wetter. Das hat sich aber für die Sonnenuntergänge gelohnt! Highlight war dann definitiv die Aftershow Party in einer alten Wüstenfestung.

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Total look PRADA

A: Welche ist deine schlechteste Erinnerung als Model?

TW: Direkt mit dem Modeln habe ich keine schlechte Erfahrung gemacht. Man muss natürlich mit Ablehnung klarkommen, gerade bei Castings. Man merkt schnell, ob man gut ankommt oder nicht. Das ist am Anfang ein bisschen schwierig, ich habe mich aber daran gewöhnt. Nerviger waren Flugausfälle, Verspätungen oder dass mein Koffer für eine Woche verloren gegangen ist.

A: Wo siehst du dich in Zukunft?

TW: Genaue Zukunftspläne habe ich nicht, aber ich will auf jeden Fall meinen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre beenden. Es ist nicht immer einfach neben dem Modeln zu studieren, gerade wenn man sehr kurzfristig verreisen muss. Bis jetzt hat aber eigentlich zum Glück immer alles geklappt. Danach werde ich mir vielleicht erstmal eine Auszeit nehmen und mich voll auf das Modeln konzentrieren.

A: Was muss sich in der Modeindustrie dringend ändern?

TW: Dass die Modeindustrie nicht gerade die nachhaltigste ist, ist glaube ich vielen klar. Da muss und wird sich auf jeden Fall einiges tun.

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Title image: Vest KARL LAGERFELD; Pants DIOR MEN. Interview by Mia Mödlhammer. Model: Till Wenner | M4