
Es gibt wenig, worauf sich Modeleute jeder Couleur so sehr einigen können, wie die Genialität von Phoebe Philo. Da gibt es ausnahmsweise überhaupt nichts zu diskutieren, zu diskreditieren oder herumzukritteln. Niemand wurde während seiner Abwesenheit schmerzlicher vermisst (sagt irgendwer gerade: „Mir fehlt Hedi so sehr?“), keiner sehnsüchtiger zurückempfangen (nichts für ungut, Haider), als sie uns 2023 endlich ihr eigenes Label Phoebe Philo offenbarte. Und natürlich kam sie nicht irgendwie zurück, sondern philomenal. Mit präzise destillierten Kollektionen/Drops und ständig herausragenden Lookbooks, in denen Laura Ponte oder Sandra Hüller die Sachen trugen. Aber zwei Jahre später kann man allmählich ja mal die Totschlagfrage stellen: Verkauft sich das eigentlich?

Laura Ponte for Phoebe Philo

Sandra Hüller for Phoebe Philo
Da gibt es nämlich durchaus verschiedene Meinungen. Die einen wissen von WhatsApp-Gruppen, in denen Old-Céline-Fans jetzt auch Phoebe-Philo-Sachen abfeiern. Dort posten die Frauen regelmäßig, was sie von A, B und C bestellt haben, beraten sich untereinander und verkaufen das ein oder andere Teil untereinander. Gleichzeitig hat die Marke seit September ihre Retail-Präsenz erweitert. Nach Bergdorf Goodman hängen die Sachen nun auch live und in wenigen Farben bei 10 Corso Como, Dover Street Market in London und Paris, Maxfield und Neiman Marcus, The Webster in South Beach. Jennifer Lawrence trug beim Film Festival in San Sebastián nicht bei einem Auftritt Phoebe Philo, sondern gleich zweimal. In Edward Enninfuls neuem 72-Magazin hat Julia Roberts ebenfalls einen Look an. Heißt: Die Marke läuft und wächst, ganz klar.

Jennifer Lawrence wearing Phoebe Philo

Julia Roberts in Phoebe Philo for 72 Magazine

Phoebe Philo illustrated by Sarah von der Heide for ACHTUNG 50

