
Kati Neschers Geschichte könnte selbst der Plot eines Films sein. Kein aufgeblasener Blockbuster mit inszenierter Schönheit, dramatischen Lichtinstallationen und unechten Dialogen, aber einer mit einer Pointe, mit einer dramatischen Wendung. Denn Nescher nahm mit 18 Jahren ihr Schicksal selbst in die Hand und verließ den Ostblock unter der Macht von Putin gen Westen, landete im südlichen Deutschland in München und wurde als Model entdeckt. Die Frau, deren Leben ein Film sein könnte, widmet jetzt ihr Leben dem Film. Nescher hat bereits ihr Debüt als Regisseurin und Schauspielerin in „Green Eyes“ gegeben – eine Hommage an den schwedischen Drehbuchautor Ingmar Bergman – ihre große Inspiration. Was findet sich von Nescher in Bergman und umgekehrt? Vielleicht ist es das Gefühl der Abschottung und Zurückgezogenheit, das Bergman in seinen Filmen immer wieder thematisiert. Es sind Filme über Verwirrung und Identitätskrisen. Auf der Leinwand treten Menschen auf, die sich in einen Raum zurückgezogen haben, wo sie die Dinge, die sie aufregen, nicht mehr erreichen – Selbstreflexion in Filmlänge. Vielleicht ist es das, was Nescher so sehr an seinen Werken fasziniert. Nescher, die in der Pandemie gelernt hat, wie wichtig Meditation ist.












