Meet Stefanie Grau

This set designer is one of our current fashion people

ACHTUNG: Set Designerin – auch so ein Beruf, auf den jetzt nicht JEDE:R als Erstes kommt, wenn es um Mode geht. Wie würdest du deine Arbeit selbst beschreiben?

Stefanie Grau: Ich versuche, Installationen zu entwerfen, die irgendwas mit uns machen und uns emotional erreichen. Aber ob ich als Künstlerin wahrgenommen werden möchte, weiß ich nicht. Ich finde es irgendwie gut, gar keiner Zuordnung zu unterliegen. Ich bewege mich da auch in einem kommerziellen Rahmen, was ich irgendwie mag.

A: Wie bist du dazu gekommen?

SG: Ich habe Innenarchitektur studiert, habe aber gemerkt, dass mich das in der Umsetzung nicht so sehr interessiert. Dann habe ich direkt ein Bühnenbildstudium angehängt. Da konnte ich viel von dem Bühnenbildner Johannes Schütz lernen. Danach habe ich viel in Zürich und in Wien gearbeitet und auch Bühnen entworfen.

A: An Theatern?

SG: Genau. Ich mochte den großen Maßstab, mit dem man da arbeitet. Ich habe dann aber gemerkt, dass mir am Theater etwas die Leichtigkeit fehlt, bin über einen Freund in die Mode gerutscht und bei Nowadays in Berlin gelandet. Da war ich zwei Jahre, wollte dann aber zurück in die Selbstständigkeit.

A: Was sind deine Lieblingsprojekte?

SG: Die Bühne für HIOB, also ein riesiges schwarzes Horn, die Fliegeninstallation und das Kreuz für SIA ARNIKA, das Set für Charli XCX, eigentlich viele meiner Arbeiten. Ich habe das Glück, meistens das machen zu können, was auch mir entspricht und dabei auf Menschen zu treffen, die mich inspirieren und mit denen ich eine gute Zeit verbringen kann.

A: Wie viele Leute arbeiten mit dir oder für dich?

SG: Ich habe einen erweiterten, aber festen Kreis und der rotiert die ganze Zeit. Ich arbeite gerne mit den gleichen Leuten zusammen, das gibt mir Halt. 

A: Mit wem würdest du gerne mal zusammenarbeiten?

SG: Ich würde gern mal Anis Kapoor, Arnulf Rainer oder Frank O. Gehry treffen. Mit Sharon Eyal würde ich gern mal arbeiten. Aber auf jeden Fall mehr Catwalks in der Zukunft und wieder Bühnen für Tanz und Performances. Da fließt vieles ein, was ich bisher gemacht habe und was mich interessiert. Mein Studium, das Narrative des Theaters, ein großer Maßstab.

A: Hattest du einen Karrieremoment, der dich besonders stolz gemacht hat?

SG: Nein.

A: Weil du alle Momente auf die gleiche Ebene verbuchst, oder weil du weißt, dass dieser Moment noch kommt? 

SG: Ich finde Karriere einfach nicht erstrebenswert. Mir geht es darum, Menschen zu treffen und den Dingen auf den Grund zu gehen. Ein bisschen pathetisch, aber mir geht es um Momente und Menschen. 

Stefanie Grau, photographed by Karl Felix in Berlin exclusively for ACHTUNG 48