Leibgericht #48

Dirk Schönberger kochte Zürcher Geschnetzeltes fotografiert von Sarah Willmeroth exklusiv für ACHTUNG 48

Zu Gast bei Dirk Schönberger

One of Germany’s original menswear voices Dirk Schönberger has been covered by ACHTUNG from day one. He is now also ensuring the industry’s good direction as a board member of the Fashion Council Germany. We used him as a gourmet cook for our Leibgericht.

Es macht nur Sinn, dass diese Ausgabe der Modeprofis mit jenem Mann beginnt, der ACHTUNG seit Beginn ein Weggefährte in Sachen guter Stil ist: Dirk Schönberger. Angefangen hat alles mit seinen Herren-Kollektionen in den Neunzigerjahren, die mit ihrer scharfen und kantigen Schneiderkunst dem deutschen Mann eine neue Silhouette verpassten. Anfang der 2000er schaffte er es gar, dem zur Parfümsparte verkommenen Modelabel Joop! wieder eine eigene starke Handschrift zu verpassen. Adidas machte er als Creative Director dank Coops und Relaunch des Stan Smith Sneakers zur coolsten Sportbrand der Welt und selbst MCM verhalf Schönberger aus dem Münchner Schickeria-Image. Kurzum, der gebürtige Kölner scheint darauf gepolt zu sein, schlafende Schönheiten zu neuem Leben zu erwecken. Genau der richtige Mann also für das Comeback jenes Gerichts, dass manchen als kulinarischem Klassiker und anderen als lediglich mundgerecht veredelte Form des Rahmschnitzels gilt: Zürcher Geschnetzeltes.

Für die ACHTUNG Nr. 5 aus dem Jahr 2005 haben wir Dirk Schönberger schon einmal gefragt, ob er uns nicht sein Leibgericht kochen mag. Damals wohnte er noch in Antwerpen, zu essen gab es aber was Rheinisches: Reibekuchen. Inzwischen ist viel passiert: eigene Marke, adidas, Joop!, MCM. Aktuell ist Schönberger beim Möbelhersteller Vetsak Chief Brand Officer. Ganz ohne Mode geht es jedoch nicht, präsentierte Vetsak am letzten Salone del Mobile in Mailand doch eine Kooperation mit der italienischen Modefirma Aspesi. 19 Jahre später – nun in Berlin – kocht Schönberger nochmal Reibekuchen. Aber serviert mit Zürcher Geschnetzeltem. Das ist dann wohl den vielen Jahren im Schweizer Headquarter seines ehemaligen Arbeitgebers MCM zuzuschreiben.

„Zürcher Geschnetzeltes ist ein Klassiker für mich, den ich immer wieder gerne in Restaurant bestelle. Es gehört zu den wenigen Fleischgerichten, die ich noch esse und mir gerne zu Hause zubereite. Wenn ich koche, verändere ich aber immer wieder ein paar Dinge. Hier habe ich noch Kapern zugefügt und anstelle von Weißwein habe ich Rotwein benutzt. Dazu habe ich Rösti gemacht, wie schon vor vielen Jahren. Da schließt sich der Kreis.“

Rezept für 4 Personen:
ZÜRCHER GESCHNETZELTES

400 g Kalbsfilet oder Oberschale

100 g Mehl

1/2 Teelöffel Salz

6 Prisen Pfeffer

Pflanzenöl

4 Schalotten

200 g Champignons

300 ml Kalbsjus

0,1 Liter Rotwein (oder Weißwein)

80-100 ml Sahne

Zitronensaft

Petersilie

Kapern – je nach Geschmack

1. Das Fleisch – am besten schon vom Metzger kleingeschnitten – mit Salz, Pfeffer und Mehl in einer Schüssel mischen.

2. Das Fleisch kurz anbraten, dann aus der Pfanne nehmen.

3. Champignons und Schalotten klein schneiden und in der Pfanne anbraten. Nicht anbräunen. Kalbsjus hinzufügen und etwas reduzieren lassen. Rotwein dazu. Am Ende die Kapern.

4. Kurz vor dem Anrichten die Sahne sowie das Fleisch hinzufügen und noch mal leicht aufkochen lassen, sodass die Soße etwas andickt.

REIBEKUCHEN

1 Kg Kartoffeln

2 Zwiebeln

2 Eier

Öl oder Schweineschmalz

Salz, Pfeffer, Majoran

1. Für die Reibekuchen die rohen Kartoffeln reiben und in einem Trockentuch gründlich ausdrücken. Eier und feingewürfelte Zwiebel unterrühren, dann portionsweise in heißem Öl oder Schweineschmalz ausbraten.

Hier klicken für das Leibgericht aus der letzten Ausgabe, ACHTUNG 47 von Martina Tiefenthaler.