He Got The Blues

Zehn Minuten am Telefon mit Musiker Jesper Munk

Von 2017 bis 2020 lebte der Fotograf Aaron Bircher in Göttingen, um die im Steidl Verlag publizierten Künstler*innen im Video-Format festzuhalten. Er fotografiert auch Musiker*innen und Leute aus der Berliner Szene. Hier eine Porträt Seance, die 2021 in Berlin entstand mit Jesper Munk, der neben Musik auch mit seinem extrovertierten Erscheinungsbild von sich reden macht. Bircher zeichnet sich auch für den Edit der neuen Videos unserer Ausgabe “Lebensmittel” verantwortlich.

ACHTUNG: Wer bist du?

Jesper Munk: Musiker, mittelmäßiger Multiinstrumentalist und Songwriter.

A: Woher kommst du und wo willst du hin?

JM: Ich komme aus München. Wo ich hin will weiß ich gar nicht. Ich versuche Geld zu verdienen, bis ich dann mal sterbe.

A: Was vermittelst du mit deiner Musik?

JM: Meine Songs drehen sich um die simpleren Dinge im Spätkapitalismus. Manchmal mit Kontext zur Welt, meistens aber geht es um meine Gefühle. Ein Song oder ein Projekt fängt für mich meist autobiografisch an. 

A: Wie wichtig findest du dein Erscheinungsbild?

JM: Ich denke, dass ich ein wenig alt geworden bin, da mir mein Auftreten früher egal war. Es hat sich aber noch nicht als ungesunde Eitelkeit gezeigt.

A: Was verstehst du unter moderner Männlichkeit?

JM: Ich glaube modern wird es dann, wenn man sich nicht mehr mit der vermeintlichen „Härte“ des Mann-seins überidentifiziert. Das wurde schon ausgelebt. Als moderener Mann muss man sensibel sein. Platz machen. Feminst sein.

A: Dein Lieblingsstück in deiner Garderobe?

JM: Die Lederjacke meines Dads. Die ist schon über jedes Festival gerutscht. 

A: Was trägst du bei Gigs?

JM: Einen Second-Hand-Anzug der nie ganz passt. Darunter ein Tank-Top wenn es warm ist, sonst ein Hemd.

A: Wie würdest du gerne von der Öffentlichkeit aufgefasst werden?

JM: Hoffentlich genau so wie ich bin. Tollpatschig, unkonzentriert, leicht unzuverlässlich, aber voll da, wenn ich da bin. Nie eitel oder hypercool.

A: Idole?

JM: Grace Jones. Etta James. Tom Waits. Nick Cave.

A: Dein Lieblingssong aller Zeiten?

JM: Im Moment: „Smoke Gets In Your Eyes“ – The Platters.

Aller Zeiten: „Easy Easy“ – King Krule.