Go East!

Achtung Mode Nr. 39 is out now!

Was soll man sagen? Es gibt im Leben eben viele Vorurteile. Wie jenes, dass man den Osten immer noch mit postkommunistischen Klischees bedient: heruntergekommene Landschaften, depressive Menschen, graue Städte jenseits der hellen, westlichen Zivilisation. Der Osten, das ist das Chaotische, Melancholische, Selbstzweiflerische. Der Westen – die Organisation, die Vernunft, das kühle Nachdenken.

Wir vermeiden den Osten, als würde auch 31 Jahre nach dem Fall der Mauer in Polen, Ungarn, ja selbst im Osten Deutschlands, eine fremde Welt voller Fellmützenträger und zurückgebliebener Traktorfahrer warten. Die polnische Grenze ist 60 Kilometer von Berlin entfernt. Eine ICE-Verbindung in den Osten gibt es trotzdem noch nicht. Eine Annäherung zwischen Ost und West? Fehlanzeige.

Seit der ersten Ausgabe von Achtung Mode 2003 haben wir den Blick gen Osten gerichtet. Karolina Kurkova mit ihrer Oma in ihrer Heimat Decin in Tschechien war unser erstes Titelblatt. Für diese Ausgabe haben wir uns erneut auf die Reise in den Osten gemacht, mit Station in Leipzig, Budapest oder Warschau – immer weiter Richtung Osten zur Endstation Minsk. Und es ist spannend im Moment.

Was wir dabei herausgefunden haben? Dass wir lernen sollten, einen nuancierten Blick auf unsere östlichen Nachbarn zu werfen. Es heißt übrigens der Königsweg zum Abbau von Vorurteilen sei der Austausch mit anderen Menschen. Wir hoffen dann mal auf die ICE-Strecke. Von Berlin gen Osten.

Auszug aus dem Editorial der Ausgabe Nr. 39 von Nicole Urbschat

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