Die Zeitenwandlerin

Als Kommissarin ist sie als erstes am Tatort. Als Leibwächterin des Black Panther kämpft sie für das Phantasiereich Wakanda und als Hyäne gegen den Löwen Simba. Florence Kasumba wandelt zwischen den Rollen und der Zeit. Wir haben mit der Markenbotschafterin für die Pasha Cartier Uhr über Zufälle, Zeit und das richtige Timing gesprochen.

Achtung Digital: Du bist Schauspielerin mit Aufträgen im Ausland, du bist Mutter, Ehefrau und nun auch noch Markenbotschafterin für die Pasha Cartier Uhr – was bedeutet Zeit für dich?

Florence Kasumba: Zeit ist in meinem Leben so wichtig. Zeit ist wie ein Gerüst für mich. Mein Leben ist oft durchgetaktet, da weiß ich dann was ich zu einer bestimmten Zeit machen muss, was ich abarbeiten muss. Im Endeffekt ist Zeit so etwas, was alles ein bisschen im Rahmen hält.

AD: Gibt es Anlässe, zu denen du immer eine Uhr trägst?

FK: Also ich habe eigentlich immer eine Uhr an. Es sei denn, ich bin im Wasser oder ich mache Kontaktsport – einfach aus Verletzungsgründen. Aber ansonsten stehe ich auf und trag die Uhr genauso wie wenn ich auf dem Crosstrainer stehe oder auf ein Event gehe. Also das Schöne an der Pasha ist ja, dass man sie zu allem tragen kann. Sie ist Schmuckstück aber auch absolut alltagstauglich.

AD: Die Kampagne zur Pasha Cartier Uhr ist an aufstrebende Talente geknüpft. Gibt es Talente, die dich gerade sehr inspirieren?

FK: Es gibt so viele Menschen, die mich inspirieren. Es gibt so viele Schauspieler, dass ich mich gar nicht festlegen kann. In der Pasha-Kampagne zum Beispiel: Ich liebe Game of Thrones und wenn ich dann sehe, dass Maisie Williams auch Teil der Kampagne ist, dann freu ich mich. Das ist zum Beispiel ein Talent, bei der wir alle gesehen haben, wie sie gewachsen ist. Die Serie lief über acht Jahre. Ich finde es inspirierend, wenn Leute so jung sind und Teil einer Serie sind. Sie ist in dieser Serie vom Teenager zu einer jungen Frau geworden, sowas finde ich spannend.

Die Pasha de Cartier Community setzt sich aus aufstrebenden Talenten zusammen. Von links nach rechts: Rami Malek, Willow Smith, Troye Sivan, Maisie Williams, Jackson Wang.

AD: Gab es Vorbilder für dich im Laufe oder zu Beginn deiner Karriere?

FK: Also privat ist mein riesen Vorbild meine Mama. Weil sie immer Klartext spricht. Sie hat mich super unterstützt und klar erkannt, was meine Talente sind und was ich wollte. Ich wusste schon sehr früh, dass mich die Schauspielerei interessiert und das hat sie gefördert. Ich finde ich es super, wenn man jemanden an der Seite hat, der sagt: Pass mal auf, du bist ok so wie du bist. Wenn ich jetzt zum Beispiel ein Projekt mache, was nicht gut ankommt, dann kann man natürlich als Künstlerin schade finden. Aber als Mensch verliere ich nicht an Wert.

AD: Um es von der anderen Seite zu betrachten: Für wen kannst du ein Vorbild sein?

FK: Also grundsätzlich habe ich das Gefühl, ich bin Vorbild, aber auch das Gegenteil. Man kann mich für das, was man an mir gut findet natürlich immer als Vorbild sehen. Aber ich habe auch meine Fehler. Es gibt Dinge, die ich mache, da sagen andere vielleicht: Also das jetzt bitte nicht abgucken.

AD: Gibt es Rollen, die du nie annehmen würdest?

FK: Ich habe manchmal Anfragen, bei denen ich die Dialoge lese und ich dann in meiner Rolle etwas sagen müsste, was ich einfach nicht sagen möchte. Im Deutschen Fernsehen gibt es Begriffe wie „du Spast“ oder „bist du behindert“ als Schimpfwort, wenn solche Begriffe angewendet werden, ohne dass man sie anwenden muss, dann sage ich: Das möchte ich nicht spielen. Weil ich finde, dass man eine gewisse Verantwortung hat, wenn man Kunst macht.

AD: Gibt es Rollen, die du unbedingt mal spielen möchtest?

FK: Also bisher war es so, dass die Rollen zu mir kamen. Ich habe früher mal gesagt, dass ich gern Tatortkommissarin werden möchte und dieses Ziel habe ich erreicht. Aber es gibt auch so viele Figuren, die ich gespielt habe, die zu mir kamen, ich bin nicht rausgegangen und habe sie gesucht, sondern irgendwann kam der Anruf.

AD: Ist das Glück?

FK: Ich weiß nicht ob das Glück ist. Man darf ja nicht vergessen, man hat sich etwas erarbeitet. Ich habe über die Jahre viel gelernt, aber das heißt nicht, wenn man eine Rolle spielt, wie die Kommissarin, dass ich diese Rolle spiele, weil ich die beste in dem Bereich bin. Das hat oft auch etwas mit dem Casting und der Besetzung zutun: Welche Schauspieler passen zusammen? Was bringen die Menschen mit in die Rolle? Es ist nicht nur Talent, manchmal ist es Timing.

Nur beim Kontaktsport setzt Florence Kasumba die Pasha Cartier Uhr aus Verletzungsgründen ab. Fotografin: Lina Tesch @Cartier

AD: Timing scheint dir sehr wichtig zu sein, ist dir die Schauspielbranche nicht viel zu unvorhersehbar und unsicher?

FK: Nein, ich komme ja aus dem Musical. Die Shows, die ich gemacht habe, die waren immer mehrfach besetzt. Das heißt als ich in Hamburg gespielt habe in König der Löwen als die Hyäne Shenzi, dann gab es vier Shenzis im Haus. Wenn der Zuschauer im Zuschauerraum sitzt und die Show sieht, dann waren auf der Bühne vier Shenzis. Einmal die Erstbesetzung und drei Frauen, die einspringen können. Ich habe also von Anfang an gelernt: Wir sind alle ersetzbar. Und das ist nicht negativ. Für mich ist es eine Erleichterung zu wissen, ich muss nicht immer funktionieren, weil es auch andere Menschen gibt, die meinen Job machen können.

AD: Ist Mode auch Timing? 

FK: Es kommt immer darauf an, wie ich mich fühle und was der Anlass ist. Wenn ich zum Beispiel zu einem Vorsprechen gehe und es geht darum, dass diese Figur sehr elegant ist, dann erscheine ich da nicht mit Stiefeln und Bomberjacke. Dann helfe ich dem Team, dass sie sich besser vorstellen können, wie ich in dieser Figur funktionieren könnte. Deswegen spiele ich mit der Kleidung, das habe ich in den letzten 20 Jahren gelernt.