Die voll korrekte Daunenjacke

Dank der Upcycled Down-Kollektion von Arket lassen sich jetzt Daunenjacken auch ohne schlechtes Gewissen tragen

Jeden Winter das Gleiche. Sobald die Temperaturen sinken, sind so viele Daunenjacken in den Straßen zu sehen, dass man glauben könnte, die ganze Stadt befinde sich gerade auf einer Polarexpedition.

Dabei lässt sich eine wärmende Daunenjacke heute eigentlich ohne schlechtes Gewissen nicht mehr tragen. Denn in einer Daunenjacke kann mehr unnötiges Leid von Tieren stecken als in einem Pelzmantel. Besonders in China werden Vögel mehrmals im Jahr lebend und ohne Rücksicht auf die individuelle Mauser gerupft. Und auch das sollte einem beim Kauf bewusst sein: für ein Kilogramm Gänsedaunen werden 250.000 bis 400.000 von den kleinen Federn benötigt.

Gut, also, dass es immer mehr Modeunternehmen gibt, die sich diesem Thema annehmen. So verwendet der schwedische Arket, so etwas wie der erwachsene, kultivierte H&M Ableger, für seine neue Kollektion Upcycled Down ausschließlich recycelte Daunen aus alten Schlafsäcken und Bettdecken. Und das ist nicht der einzige nachhaltige Aspekt der neuen Daunenjacken.

Für die Kollektion hat Arket sich mit dem jungen Unternehmen Re:Down mit Sitz in Las Vegas und Lyon zusammengeschlossen. Denn um Daunen zu reinigen, verbraucht die Modeindustrie normalerweise viel Energie, Wasser und meist auch noch Chemie. Deshalb wurde die Fabrik von Re:Down in Ungarn an einem Standort errichtet, wo 38 Grad warmes Wasser aus der Erde sprudelt. Sprich, die Daunen werden nicht nur recycelt, sondern außerdem umweltschonend mit natürlichem Thermalwasser gesäubert, dann getrocknet und bei hoher Temperatur ohne den Einsatz von Chemikalien sterilisiert.

Selbst vegane Daunenjacken, die derzeit ebenfalls als Gutes-Gewissen-Alternative angepriesen werden, können da in punkto Nachhaltigkeit nicht mithalten. Denn die vegane „Fake-Daune“ wird keineswegs aus erneuerbaren Rohstoffen produziert. Meist besteht sie aus dem günstigen formgebenden und widerstandskräftigen Polyester, das wiederum aus Erdöl gewonnen wird. Beim Waschen können Mikroplastik-Partikel ins Abwasser und somit indirekt wieder in unsere Nahrungsmittel gelangen.

Auf das geborgene Gefühl im Winter von einer wärmenden Daunenschicht umhüllt zu sein, so als würde man die Bettdecke niemals zurückschlagen, muss man also, dank recycelten Daunen, nicht mehr verzichten. Übrigens, noch nachhaltiger wäre es, sich nicht jede Saison eine neue Winterjacke zu kaufen, sondern länger tragen, reparieren statt wegschmeißen. Erst danach kommt das Recycling. Schließlich bleibt auch ethnischer Konsum am Ende: Konsum.