
Wie regelt man sein Erbe? Das ist ein großes Problem all der übrig gebliebenen Modefamilien, die immer älter werden und trotzdem an die Zukunft denken. Man hat schließlich auch vor Augen, wie nachlässig Karl Lagerfeld mit seinen Erben umgegangen ist; mehr als sechseinhalb Jahre nach seinem Tod suchen Anwält:innen in Monaco und Paris noch immer nach möglichen weiteren Erben. Sie müssen am Rande der Verzweiflung sein: Das Dickicht seiner Finanzen und sonstigen Hinterlassenschaften zu ordnen, dafür braucht man einen mindestens so großen Arbeitseifer, wie ihn der Verstorbene selbst an den Tag legte.

From the archive: Karl Lagerfeld illustrated by Hiroshi Tanabe for Achtung Mode Nr. 37.
Giorgio Armani, der im September im Alter von 91 Jahren gestorben ist, hat es besser gemacht als Lagerfeld, den er kannte und mochte. Er hatte sich eben auch nicht von seiner Familie losgesagt, da macht man sich also mehr Gedanken um das Geschäftsleben nach dem Tod. Und er hatte ein Unternehmen – Lagerfeld hatte nicht einmal einen Anteil an der Marke seines Namens. Armani hat nicht nur seinen langjährigen Partner Leo Dell’Orco bedacht, den treuen Leo, der nach den Männermodeschauen im Juni, als Armani schon nicht mehr konnte, den Applaus schüchtern allein entgegennahm. Sondern eben auch die Familie: seine Schwester Rosanna Armani, seinen Neffen Andrea Camerana und seine beiden Nichten Silvana und Roberta, die aber weitgehend mit Immobilien abgefunden werden sollen.

Leo Dell’Orco and Giorgio Armani

