Birkenstock 1774 Becomes Berlin
Was nach Motto klingt, ist eine neue Kollektion
September 18, 2025

Birkenstock 1774 – die exklusive Premium-Linie des deutschen Schuhherstellers, welche Klassiker der Marke in höchster Handwerkskunst und mit edlen Materialien neu interpretiert – hielt Einzug in Berlin letzte Woche. Genauer mit ihrer neuen 1774 Becomes Berlin Kollektion inspiriert von der Hauptstadt in den 1920ern. Da kommen schon so einige Bilder in den Kopf. Verrauchte Salons, Art Déco, gemachte Frisuren, samtige Polsterbezüge, gedeckte Farben und Verschnörkeltes. Oder eben die ganze Welt der Erfolgsserie Berlin Babylon. Also nicht so ganz Birkenstock, wobei die Zeit des stereotypischen Hippie- und/oder Lehrer:innen Schuhwerks längst Geschichte ist, wie viele wegweisende Collabs mit Rick Owens, Jil Sander, Manolo Blahnik oder Dior bewiesen.



Es war die Zeit der Weimarer Republik: Politischer Wandel, kulturelle Veränderungen und vor allem Fortschritt. In den vom Pariser Kreativteam gestalteten Birkenstock-Klassikern – Arizona, Florida, London und so kosmopolitisch weiter – ist dieser Geist deutlich zu erkennen. Die silbernen Schnallen erinnern an Metallvasen aus der Zeit, oder generell an den architektonischen und entwerferischen modus operandi der goldenen 20er: Bewegung, Aufbruch, Ausschmückung, Verzierung.


Stofflichkeiten mit Retro-Charme in eher gedeckten Farben, der Faden zieht sich also durch. Der modische Zeitgeist 100 Jahre später – also jetzt – der ist ja gerade etwas bescheidener, das hat Birkenstock aber mitgedacht: das Mary-Jane Modell (in Birkenstock Worten: 1774 Maria Suede) in einem tiefen burgunderrot kommt eher schlichter daher. Man könnte sagen, der Bauhaus Birkenstock: Gleiche Zeit, anderes Ende des Stilspektrums.


Gefeiert wurde die neue Schuhlinie in Berlin Mitte, in Clärchens Ballhaus. Wo sonst? Der perfekte Austragungsort für alles, was mit Berlin in den 1920ern zu tun hat. Die deutsche Firma sparte keine Mühen. Die Gäste waren international, die Getränke geschüttelt, und die musikalische Untermalung wohl das Beste aus den 100-Jahr alten 20ern und den heutigen. Die in Berlin ansässige Musikerin Lyra Pramuk, die auch in der Kampagne der Kollektion zu sehen war, performte zur Eröffnung des Abends ein Arrangement aus den Klängen der Zeit: Brecht, Weill, Eisler melangiert mit den etwas späteren Knef, Hagen und Dietrich. Keineswegs wurde sich dabei aber an Klischees bedient, denn das Messaging der Lieder konnte aktueller nicht sein. Die Musikerin, die sich sonst eher in einem Raum der experimentellen Musik bewegt, ließ die alten Liedtexte auf Englisch hinter sich auf die mit Spinnweben bedeckte Wand des Ballsaals projizieren, sodass sich alle in den Vibe einfühlen konnten.


In einer Zeit, in der die Mode für viele ein wenig Eskapismus bietet, kommt der Launch dieser Schuhlinie zum richtigen Zeitpunkt. Die deutschen Sandalen haben ohnehin viel Momentum und sind vor allem generationenübergreifend Schuhschrank-Klassiker. Und dass trotz eines Firmensitzes in einem Ort der so schön deutsch klingt: Linz am Rhein.






Birkenstock 1774 Becomes Berlin sind hier erhältlich.











