ACHTUNG x FAZ Magazin 2026

FAZ Magazin: Jonathan Tah wearing Ferragamo photographed by Arnaud Pyvka. ACHTUNG: Jonathan Tah wearing Gucci photographed by Arnaud Pyvka
Die vierte Wendecover-Ausgabe: Tah & Nacht
Zum achten Mal gibt ACHTUNG die A50-Liste heraus, zum vierten Mal gemeinsam mit dem F.A.Z.-Magazin. Das Ranking der Deutschen, die die Mode nach vorne bringen, prägen, inspirieren, untermauert unseren Anspruch, die deutsche Mode-Instanz zu sein: ordnen, filtern, sortieren, Bericht erstatten, urteilen. Wer ist drauf? Manche Namen sind A50-Dauerbrenner, einige sind neu, manche wieder zurück, der ein oder andere ist verschwunden. So wie auch in der Mode Trends kommen und gehen, während anderes dauerhaft Bestand hat. Deswegen haben wir die ACHTUNG Seiten in der diesjährigen Doppelcover-Ausgabe gänzlich den A50-Nominierten gewidmet. Schließlich können da nur gute Modefotos entstehen, wenn man die gelisteten Models auch dafür fotografiert. Karolina Spakowski, die Nummer 47 auf unserer Liste, trägt ioannes, die Nummer 29 der Liste. Frederic Bittner, die Nummer 36, von der Agentur Tomorrow Is Another Day, deren Gründerin Eva Gödel die Nummer 20 ist. Oder Malin Rudnick, Nummer 3 im Totallook von Chloé, die Marke mit der deutschen Chefdesignerin Chemena Kamali, die unsere Nummer 1 der Liste ist, und der wir auch 50 kurze Fragen gestellt haben. Ein Format, das wir in den kommenden Monaten wieder zurückbringen werden auf ACHTUNG.

Malin Rudnick wears Chloé. Photo: Laura Schaeffer. Styling: Alex Rottenmanner

Frederic Bittner wears Giorgio Armani. Photo: Julia von der Heide. Styling: Markus Ebner

Karolina Spakowski wears ioannes and ring Van Cleef & Arpels. Photo: Erik Gustafsson. Styling: Natalia Farnaus

Chemena Kamali illustrated by Oriana Fenwick
ACHTUNG: Wo fühlen Sie sich zuhause?
Chemena Kamali: Paris.
Mögen Sie Ihren Namen?
Ja. Nur dass ihn fast niemand richtig ausspricht und es deswegen mehrere Versionen gibt. Der Name ist inspiriert von Sophia Lorens Rolle im Film „El Cid“ von 1961.
Ihr bestes Arbeits-Outfit?
Jeans, ein weißes T-Shirt, Sneaker, meine Ketten.
Sind Sie pünktlich?
Nein.
Ihr letzter Urlaub?
Nosara, Costa Rica.
Wovor fürchten Sie sich?
Stillstand.
Wovon träumen Sie?
Ich spreche die Träume nicht aus, so dass sie auch in Erfüllung gehen.
Haben Sie studiert?
Ja, Modedesign.
Ihr erster Job?
Chloé.
Schlimmster Job, den Sie je hatten?
Gibt es nicht, alles war für irgendetwas gut.
Was mögen Sie an Ihrem Job?
Meine Teams.
Größte Stärke?
Herz und Verstand zu kombinieren.
Größte Schwäche?
Ich weiß nicht, ob Obsession eine Schwäche oder ein Segen ist.
Ohne welche App können Sie nicht mehr leben?
Whatsapp.
Welches Bild ziert Ihren Bildschirmschoner?
Eines meiner Kinder.
Wertvollster Besitz?
Ich bin kein Besitz-Typ.
Was liegt neben Ihrem Bett?
Ein Buch, Magnesium, Wasser und leider auch mein Handy.
Wann haben Sie das letzte Mal geweint?
Vor ein paar Wochen, als ich mich vor einer Geschäftsreise von meinen Kindern verabschiedet habe.
Und zu Tränen gelacht?
Mit meinem Team während eines Meetings. Ich kann leider nicht verraten, über was wir gelacht haben.
Das am stärksten überschätzte Produkt?
Ich bin zwar kein Experte, aber ich würde sagen: Anti-Aging-Supplements.
Persönliche „guilty pleasures“?
Ich liebe es, nachts wach zu bleiben und an Dingen zu arbeiten, für die ich tagsüber keine Zeit habe.
Welche Serie zuletzt geguckt?
Ich schaue eher Filme. Der letzte, den ich geschaut habe, war „One Battle After Another“.
Welches Auto fahren Sie?
Ich fahre Taxi in Paris.
Was wollten Sie (als Kind) eigentlich werden?
Modedesignerin.
In welcher Dekade wären Sie stilistisch am besten aufgehoben?
In den Siebzigerjahren.
Ihre Meinung: Deutschland und die Mode?
Unausgeschöpftes, hohes Potential.
Ein Satz, der Sie geprägt hat?
Vor 25 Jahren hat mir meine Professorin am CSM in London geraten, „Lass immer dein Ego draußen“. Ich halte mich seitdem daran.
Ihr bisheriges Karriere-Highlight?
Es ist ein Highlight nach dem anderen.
Karriere-Low?
Ich sehe nie die Dinge als Low, denn oft sind diese Momente eine gute Tür, die sich öffnet.
Wie viele Leute arbeiten für Sie?
Viele.
Wie groß ist Ihr Büro?
Nicht riesig, aber es hat einen guten Vibe. Jeder, der zum ersten Mal reinkommt, fühlt sich gut und will bleiben.
Pflanzen im Büro?
Gelegentlich Blumen.
Was schätzen Sie an sich selbst?
Meine Empathie, Intuition und Disziplin.
Ihr letzter (wertvoller) Gedanke?
„Let’s simplify“.
Ihr liebstes deutsches Wort?
„Auf jeden Fall“.
Tanzen Sie?
Ja.
Ihr Duft?
Eau de Californie von Celine.

From: ACHTUNG x FAZ Magazine June 2026
Ihre erste Schallplatte?
Kate Bush, „Cloudbusting“.
Was halten Sie von der großen Liebe?
Ich glaube an sie.
Ihr Lieblingsfrauenname?
–
Ihr Lieblingsmännername?
–
Held/Heldin Ihrer Kindheit?
Meine Mutter.
Die Namen Ihrer Eltern?
Monika und Tony.
Was haben sie beruflich gemacht?
Sie hatten gemeinsam mehrere Modeboutiquen.
Ihr Geburtsort?
Dortmund.
Wo wohnen Sie jetzt und warum?
Paris, weil Paris.
Auf was sind Sie besonders stolz?
Auf meine Kinder.
Was ist Ihnen peinlich?
Mich selbst in Interviews zu hören.
Haben Sie Familie?
Ja.
Was wollen Sie noch lernen?
Ich habe zwölf Jahre lang als Kind Klavier gespielt. Mir fehlt die Zeit, ich würde aber sehr gerne wieder anfangen.


