Die älteste junge Frau der Welt
Jung-Schauspielerin Helena Zengel über das Erwachsen-Werden in der Filmwelt
February 10, 2025

Helena Zengel zählt zu den erfolgreichsten deutschen Schauspieler:innen – und das mit gerade mal 16 Jahren. Sie war elf, als sie den Deutschen Filmpreis für ihre Rolle im Drama „Systemsprenger“ gewann und zwölf, als sie für einen Golden Globe nominiert wurde. Mittlerweile dreht sie Filmprojekte in den USA mit großen Hollywoodstars. Während einer Autofahrt durch Berlin, zu dem Café, wo dieses Interview stattfinden soll, will Helena Zengel noch ein paar Sprachnachrichten verschicken. Doch die Mikros an ihrem Handy versagen. Was sie jetzt machen soll, fragt Helena laut. Und antwortet sich selbst: Nachrichten tippen, statt sie zu sprechen ganz sicher nicht. Zengel ist Generation Z. Die schlauste, gebildetste und sensibelste Generation aller Zeiten, zumindest wenn man die Generation selbst fragt. Fragt man die Forschung, ist sie die sorgenvollste. Die Generation, die lange Zeit vor Bildschirmen statt in Klassenräumen lernen musste, mit den Unberechenbarkeiten eines Donald Trump aufwuchs, live auf ihren Handys Kriege in Europa und im Nahen Osten mitverfolgt und von ihren Teenagerzimmern aus miterlebt, wie die Erde sich erhitzt. Wie lebt man als Jugendliche heute in der Realen- und in der Filmwelt? Und: Wie wird man in ihr erwachsen? Ein Gespräch mit der ältesten jungen Frau der Welt.
Kurz bevor das Interview losgeht, holt Helena Zengel ihr Handy noch mal aus der Tasche und zeigt Fotos, auf denen der Schauspieler Tom Hanks mit Reithelm, Schlauchschal und Sonnenbrille auf einem viel zu kleinem Pferd sitzt. Helena hält das Pferd am Führstrick fest, es ist eines ihrer Islandponys. Hanks besuchte die Schauspielerin nach gemeinsamen Dreharbeiten auf einem Reiterhof in Brandenburg.

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ACHTUNG: Tom Hanks auf einem deiner Ponys, was für ein absurdes Bild. Du bist 16 Jahre alt und hast schon etliche Hollywoodgrößen getroffen, mit manchen von ihnen gedreht, wie Tom Hanks und Willem Dafoe. Wie sind die so?
Helena Zengel: Ich glaube dadurch, dass ich so klein war, als ich die ersten Hollywoodstars kennengelernt habe, habe ich direkt gelernt, sie als normale Menschen zu sehen. Ich wusste zum Beispiel gar nicht, wer Tom Hanks ist, als ich ihn das erste Mal getroffen habe. Das ist das Schöne daran, wenn man so früh angefangen hat: Man hat eine ganz andere Wahrnehmung von dieser Schauspielwelt. Für mich sind das einfach Menschen, die gerne Kunst machen, aber genauso wie wir alle anderen auf Klo gehen und kochen. Obwohl – selbst kochen tun nur manche.
A: Wie kamst du so jung zur Schauspielerei?
H: Das kam über Kiera Bahl, eine Freundin meiner Mutter, die Agentin ist. Ich war schon als kleines Kind sehr entertaining und stand gern im Mittelpunkt. Irgendwann hat Kiera gefragt, ob ich nicht Lust auf Schauspielerei hätte. Erst hatte ich kleinere Rollen in der Werbung oder im Spreewald-Krimi. Dann habe ich mal einen Kurzfilm gedreht, wir haben einen Banküberfall in einer Tankstelle gespielt. Und ich musste rumschreien. Das war das erste Mal, das ich verstanden habe, was ich da überhaupt mache: Ich tue so, als wäre ich jemand anderes. Und ich fand das mega geil.
A: Und wie wird man erwachsen und findet sich selbst, wenn man den Beruf hat, immer so zu tun, als wäre man jemand anders?
H: Mir wird sehr oft gesagt, dass ich schon sehr reif und weit sei für mein Alter. Und ich glaube, das ist auch so, weil ich in meinen Rollen schon in so viele Personen eingetaucht bin. Du tauchst dann wie in eine andere Welt ein.
A: Wie wird man diese andere Welt, die Rolle, die man spielt, dann wieder los?
H: Ich stelle mir immer vor, dass ich am Set wie in ein Einkaufszentrum gehe: Wenn du drin bist, bist du voll drin und dann gehst du wieder raus und bist wieder du selbst, wieder in der realen Welt. Es ist aber schon irgendwie komisch: Du tust so, als wärst du jemand anderes und dann lässt du diese Person irgendwann zurück. Wie sehr man den Verlust spürt, kommt aber darauf an, wie lange die Dreharbeiten gehen, wie lange dich die Rolle begleitet. Einige Rollen nehmen dich mehr mit, andere weniger. Bei einem Film, der auf einer wahren Geschichte basiert und für den man mit Leuten arbeitet, die das wirklich erlebt haben, ist das schon intensiver.

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A: Dein Durchbruch kam als du gerade mal elf Jahre alt warst, mit dem Drama „Systemsprenger“ , in dem du ein verhaltensauffälliges Mädchen spielst. Du musstest in deiner Rolle aggressiv und gewalttätig sein und hast damit die Menschen um dich herum in die Verzweiflung getrieben. Wie spielt ein so junger Mensch eine solche Rolle?
H: Ich glaube, ich nehme es jetzt im Nachhinein ganz anders wahr als damals. Damals habe ich das schon auch als Spaß wahrgenommen. Ich war super jung und wenn man dann „Arschloch“ sagen darf oder über die Tische rennen und Leute mit irgendwas bespucken darf, ist das natürlich mehr ein Spaßfaktor, als dass ich wirklich den ernsten Hintergrund verstanden habe.
A: Und heute?
H: Wenn ich den Film jetzt schaue, dann weine ich fast die ganze Zeit, weil ich dieses Kind einfach nur umarmen will. Und damals habe ich ganz oft Leute gefragt, wieso sie den Film so gut finden. Ich dachte, ich habe da einfach nur rumgeschrien und die Leute angemacht. Und was soll daran jetzt so krass sein? Die richtige Wirkung des Films merkst du dann erst später, wenn du erwachsen bist.
A: Hast du für deine Vorbereitung auf die Rolle „Systemsprenger“ getroffen?
H: Ja, könnte man so sagen. Wir haben Heime besucht und mit Menschen gesprochen, die solche Kinder betreut haben und die uns dann gespiegelt haben, wie das wirklich ist. Sowas nimmt dich mehr mit, als wenn man eine komplett fiktive Rolle spielt. Systemsprenger war eine sehr ernste Rolle, wo man nicht ständig lacht am Set.
A: Wie hast du es geschafft, zwischen der Realwelt und der Filmwelt zu unterscheiden? Dass du im echten Leben nicht Benni bist?
H: Ich hatte einen Kinder-Coach und hatte mit der Regisseurin Nora Fingscheidt eine Routine entwickelt. Jeden Tag am Set haben wir als aller erstes eine imaginäre Dusche gemacht: Erst war ich Helena. „Und jetzt bist du Benni“, haben sie dann nach der Dusche zu mir gesagt. Für mich wirkte es damals vielleicht ein bisschen albern. Aber wenn ich jetzt zurückblicke, dann war das richtig gut. Weil ich dadurch den Unterschied verstanden habe zwischen mir und Benni.
A: Wie lernt man seine Rolle aus einem Drehbuch, wenn man noch nicht lesen kann?
H: Meine Mutter hat mir die Drehbücher vorgelesen.
A: Immer wieder, damit du den Text auswendig kannst?
H: Es ist selten so, dass man das Wort für Wort wiedergeben musst, sondern eher, dass der Inhalt rüberkommen soll. Meistens habe ich aber die Texte morgens vorm Dreh gelernt. Krass war es aber bei „Neues aus der Welt“.
A: …der Film, den du mit Tom Hanks zusammengedreht hast, in dem du ein entführtes Kind spielst.
H: Genau. Ich musste dafür Kiowa sprechen, eine Volkssprache der Ureinwohner Nordamerikas und manchmal haben sich dann am Morgen noch die Szenen geändert. Das war dann schon manchmal schwierig, wenn ich dann noch schnell diese neuen Laute lernen musste.
A: Bei deinen englischen Rollen wirst du nicht mal synchronisiert.
H: Nein, ich spreche selbst, ich mag das gern. Ich habe ab der 3. Klasse Englisch gelernt und mit meiner Mutter viel Englisch gesprochen.


Screenshot aus dem Film “Systemsprenger”
A: Wann und wo geht denn ein jugendlicher Filmstar überhaupt zur Schule?
H: Ich war immer an einer „normalen“ Schule. Ich wollte auch nie auf eine Privatschule oder Schauspielschule, ich wollte einfach bei meinen Freunden bleiben. Aber ich war nie so lange am Stück in der Schule, weil ich viel unterwegs war, für Pressetermine, Drehs und so. Und in dem Alter macht es schon einen Unterschied, ob du beim Kuchenbasar dabei warst oder nicht. Oder auch die Klassendynamik also mit Freundschaften war es schon immer… Ich war halt immer besonders.
A: Gehst du aktuell noch zur Schule?
H: Ich bin jetzt fertig mit der Schule, ich habe die 10. Klasse abgeschlossen und mache jetzt alles Mögliche außer Schule: Ich drehe, ich schreibe.
A: Woran schreibst du?
H: An einer Serie und einem Film. Wenn man selbst schreibt, kann man sich auch selbst die besten Rollen schreiben. So eine voll beknackte Rolle wie eine Psychopathin zum Beispiel. Dann kannst du etwas verkörpern, was du sonst als Rolle erst in fünf Jahren bekommen würdest.
A: Welche Rolle würdest du denn gern spielen?
H: Ich mag schon gern vielfältige Rollen, in denen ich viel zeigen kann. Ich würde gern auch mehr Comedy machen. Aber prinzipiell liegt mir – obwohl ich lustig sein kann – dieses dramatische und sich in Leute reinfühlen. Du kannst so Sachen raushauen, die du im richtigen Leben nicht machen kannst. In meiner Serie schreibe ich mir die Rolle selbst, weil die auch vom wahren Leben inspiriert ist.

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A: Heute Abend bist du noch auf einer Weihnachtsfeier und morgen gleich auf dem nächsten Event. Wie sehr bist du noch der 16-jährige Teenagerin?
H: Gar nicht. Ich habe natürlich auch Freundinnen, die gleich alt sind, mit denen mache ich dann auch gleichaltrige Dinge. Ich bin auch gern mit Menschen in meinem Alter zusammen, aber mein Alltag ist meist anders. Ich bin abends auf einer Filmparty und fahre am nächsten Tag ins Büro und schreibe an einer Serie. Ich identifiziere mich wenig mit meinem Alter.
A: Wenn du gar nicht 16 bist, wie alt bist du dann?
H: Ich würde sagen: Anfang 20. Wenn ich auf Filmpartys bin, dann denken die meisten Menschen, dass ich Anfang oder sogar Mitte 20 bin. Das hat aber seine Vor- und Nachteile. Ich habe natürlich nicht so diese Jugend, die andere Leute haben. Aber ich wüsste auch wenig mit so einem 16-Jährigen-Leben anzufangen.
A: Wieso?
H: Weil ich sehr selbstständig bin und früh schon sehr erwachsen war. Du musst ja auch sehr selbstständig sein, wenn du am Set bist: Produzenten, Regisseure und Kollegen nehmen dich ernst. Du bist gebucht. Du wirst bezahlt. Und es ist dein Job, da jetzt abzuliefern. Du wirst dadurch viel früher erwachsen. Ich bin das so gewöhnt und bin auch gern eine erwachsenere Person. Und habe auch sehr viele Freunde, die Mitte, Ende 20 sind und da merkt man den Altersunterschied gar nicht. Ich kann mich aber auch gut umstellen. Mit meinen Freunden von der Schule bin ich schon anders.
A: Wie anders?
H: Hauptsächlich haben wir andere Themen.
A: Welche?
H: Jungs. So: „Der hat mich angeguckt.“ Und sowas. Oder: „Lass skaten gehen.“
A: Und wie bist du mit den Erwachsenen?
H: Die anderen haben natürlich mehr Lebenserfahrung, das kann ich mir nicht antrainieren. Aber in den Gesprächen ist es kaum spürbar, dass ich jünger bin. Weil wir auch den gleichen Beruf haben und die gleichen Probleme und Gedanken haben.

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A: Wie sieht denn dein Alltag so aus, hast du einen?
H: Das ist wochenabhängig. Ich gucke immer Woche für Woche und Monat für Monat, plötzlich kommt ein Film rein und dann fliegst du irgendwo hin. Wenn ich in Berlin bin, dann versuche ich, bei meinen Pferden zu sein, meine Freunde zu treffen und auf Events zu gehen. Und jetzt gerade viel schreiben. Morgens ganz wichtig: Kaffee! Und wenn ich es schaffe, dann versuche ich, noch Sport in meinen Tag reinzuwerfen und wenn ich an einem Auftrag arbeite, dann gehe ich noch ins Büro. Aber eigentlich ist jeder Tag anders.
A: Welchen Sport machst du?
H: Ich muss jetzt Pilates machen.
A: Du musst?
H: Ja, ich hab’s mit dem Rücken.
A: Jetzt klingst du noch älter als Anfang zwanzig.
H: Ich identifiziere mich nicht nur mit einem höheren Alter. Ich bin irgendwie auch älter. Ich habe ganz lange Eiskunstlauf gemacht und das geht sehr auf den Rücken. Ich fühle mich manchmal wie eine Oma. Hüfte und Knie machen mir Probleme. Ich würde eigentlich auch gern mehr Sport machen. Aber ich gehe nicht ins Gym. Muskelübungen oder sowas wie Pilates für die Figur kann man überall machen.
A: Lastet durch deinen Beruf ein Druck auf dir, sehr auf dein Aussehen achten zu müssen?
H: In der Filmindustrie ist es schon sehr verbreitet, dass es so ein Bild gibt, wie man aussehen soll als Frau. Aber es wird immer besser, es gibt mehr Awareness und es sind zunehmend mehr unterschiedlichere Körpertypen in Filmen zu sehen. Es ist nicht so, dass ich mich gezwungen fühle, schlank zu sein. Ich glaube, man muss sich so akzeptieren, wie man ist. Aber durch Modemagazine und Filme sieht man schon Körperfiguren, an die man sich gern hält. Richtiger Druck allerdings ist etwas anderes.
A: Und wie ist das, wenn man sich selbst auf der Leinwand sieht?
H: Ich finde es unangenehm, intime Szenen zu sehen oder wenn man selbst weint. Aber eigentlich habe ich eher einen neutralen Blick. Das hängt aber total vom Umfeld ab. Wenn du Menschen hast, die dich lieben und so nehmen, wie du bist und dich nicht nur als Schauspielerin sehen, dann bist du viel selbstbewusster und betrachtest dich auch selbst nicht so kritisch. Ich kenne es auch nicht anders: Mit vier oder fünf habe ich mich schon auf irgendwelchen Leinwänden oder Screens gesehen. Man wird einfach diese Person und gewöhnt sich daran.
A: Und wie hebt man trotz all dem nicht ab?
H: Man muss schon ein bisschen aufpassen, dass man auf dem Boden bleibt. Bei mir sind es vor allem auch die Pferde. Ich bin abends auf einer Filmpremiere oder Verleihung und am nächsten Morgen schippe ich Scheiße bei den Pferden. Außerdem habe ich ja auch Familie, die mich genau so sehen wie ich bin, Helena: eine Tochter, eine Schwester, eine Enkelin.

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A: Für diese Filmpremieren und Verleihungen kleiden dich auch häufig Marken und Stylist:innen ein. Wahrscheinlich ist es gar nicht so leicht, in so einer öffentlichen Welt angemessene Kleidung für so eine junge Frau zu finden. Kommt da manchmal Kleidung an, in der du dich gar nicht so richtig wohlfühlst?
H: Ich trage auf jeden Fall keine Sachen, die ich nicht tragen will. Ich bin da ziemlich selbstbewusst und wenn mir irgendwas nicht gefällt, dann sage ich das auch. Aber es ist ein sehr schmaler Grat. Vor allem in meinem Alter. Da ist es gar nicht so leicht, die „richtigen“ Klamotten zu tragen. Ich habe auch oft schon viel Haut gezeigt, weil ich einen sportlichen Körper habe und meinen Körper mag und keine Scham habe. Aber klar kommen dann Kommentare wie: Aber sie ist doch erst 16, sie ist doch noch total jung.
A: Von wem kommen diese Kommentare?
H: Von Fans, von Leuten auf Instagram, allen möglichen Leuten einfach. Mich persönlich interessiert das nicht. Aber für Stylisten und Agenten ist das schon ein Ding. Klar, man will die junge Person auch zeigen, aber gleichzeitig muss man auch aufpassen, dass es nicht zu sexualisiert und nicht so krass ist. Das ändert sich dann, wenn man 18 ist, dann kann man tragen, was man will.

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A: Umfragen zeigen, dass Jugendliche in deinem Alter heute besorgter denn je sind. Wie geht es dir gerade in dieser Welt?
H: Klar, wenn du ein junger Mensch bist und in einer Welt aufwächst, wo so viele Krisen, Probleme, Pandemien um dich herum passieren, prägt dich das. Das ist auch ein Grund dafür, warum die Gen Z schon so weit ist und weil es viele kluge Menschen in meiner Generation gibt, die eine starke Sicht auf die Welt haben. Weil wir eben Dinge erlebt haben, die andere in dem Alter nicht erlebt haben. Weil wir fast zwei Jahre weggesperrt waren und kaum in unseren Schulen waren und lernen mussten, mit dem Internet umzugehen, mit Viren umzugehen, mit Menschen umzugehen und mit allen möglichen unterschiedlichen Meinungen. Und man muss trotzdem versuchen, dann weiterzuleben. Denn wir haben nur dieses eine Leben.
A: Jetzt klingst du wirklich noch weiser als eine Anfang Zwanzigjährige. Was willst du in diesem einen Leben noch erreichen?
H: Ich würde gern die Weltmeisterschaft mit meinen Islandpferden gewinnen und ich hätte irgendwann gern einen Oscar mit einem Film, der die Welt bewegt. Ich will Geschichten erzählen und Menschen glücklich machen. Und ich hätte gern irgendwann ein riesiges Tierheim – ich liebe Tiere und habe einen Hund aus Rumänien adoptiert. Ich würde gern einen Bauernhof haben und alle Kinder der Welt dort leben lassen.
A: Wo wirst du leben?
H: Ich werde immer ein Zuhause in Berlin haben. Man lernt die Stadt lieben, wenn man nicht so oft da ist. Vielleicht noch ein Zweitwohnsitz im Ausland.

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A: Wie lernt man als so junger Mensch eigentlich mit so viel Kohle umzugehen?
H: Du brauchst jemanden, der das für dich verwaltet und dich am Boden hält. Bei mir war es immer cool: Ich habe das Geld in Pferde und Sättel investiert. Aber ich wurde nicht aufgezogen wie ein Rich Kid, hatte nie irgendwelche teuren Klamotten oder teure Geschenke. Wenn man mit etwas mehr Geld aufwächst, ist das irgendwie so oberflächlich, nicht so richtig menschlich. Für mich hat es keinen Wert, ob jemand eine teure Uhr oder teuren Schmuck trägt oder nicht.
A: …oder welches Auto jemand fährt? Mit welchem Auto kam eigentlich Tom Hanks zu dem Pferdestall angefahren, in dem deine Ponys stehen?
H: Der fährt nicht selbst. In irgendeinem Van.
A: Wie reagieren andere Teenies am Stall, wenn plötzlich ein Hollywoodstar auf deinen Ponys reitet?
H: Manche sind neidisch und werden komisch in ihrem Verhalten oder wenden sich auch ab, andere wollen plötzlich mit dir befreundet sein. Ich kann immer nur allen Schauspielern raten – okay, was heißt raten, ich bin immer die Jüngste von allen. Aber ich glaube, was wichtig ist: Behalte das, was dich wirklich glücklich macht, für dich. Du musst nicht alle Infos über dich oder dein Leben mit allen teilen.

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