Pause vom Heimweh

Zu Hause mit dem Model Apollonia Stoisits

Das österreichische Model Apollonia Stoisits (kurz: Apo) kommt aus Wien und studiert im hohen Norden Deutschlands Hamburg. Auf einem Abstecher zu Hause haben Stylistin Johanna Bouvier und ACHTUNG-Cheffotograf Jork Weismann mit ihr die Heimat erkundet und modisch inszeniert. Hier ein paar Fragen an Apo.

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ACHTUNG: Wo ist das Editorial entstanden?

Apo: Das haben wir im Haus meines Vaters aufgenommen. Das ist eine echt schöne Ecke von Österreich.

ACHTUNG: Kommst du aus der Ecke?

Apo: Nein, ich komme aus Wien. Aus dem dritten Bezirk um genau zu sein. Da bin ich aufgewachsen und 18 Jahre zur Schule gegangen. Ich bin ein richtiges Landstraßenkind.

ACHTUNG: Wo ist dein Zuhause?

Apo: Dort wo die Menschen sind, die man liebt. Ich bin vor zwei Jahren für mein Studium nach Hamburg gezogen und es ist schnell zu einem weiteren Zuhause geworden. Nicht dass Hamburg mehr Heimat ist als Wien – Aber in Hamburg ist das echte Leben und Wien fühlt sich an wie ein Puppendorf. Wien ist wunderschön, aber die Welt könnte untergehen und es würde zehn Jahre dauern bis das in Wien ankommt.

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ACHTUNG: Bist du als Model viel auf Reisen?

Apo: Ja. Neben den endlosen Zugfahrten zwischen Wien und Hamburg, bin ich auch sonst viel unterwegs. Ich war schon drei Mal dieses Jahr in Paris, zwei Mal in London und einmal in Mailand. Den Flughafen hier in Hamburg kenne ich mittlerweile echt auswendig, inzwischen schaffe ich es in 45 Minuten zum Gate. Reisen ist ein großer Teil des Jobs.

ACHTUNG: Sehnst du dich grade oder irgendwann in der Zukunft nach einem permanenten Standpunkt?

Apo: Das Reisen ist wirklich extrem anstrengend. Besonders zur Modewoche. Trotzdem bin ich nicht sicher, ob ich mich irgendwann wirklich niederlassen möchte. Ich bin 23 und weiß gar nicht wie weit ich überhaupt in die Zukunft hinausdenken will. Mein nächstes Ziel ist auf jeden Fall für meinen Master wieder wo ganz anders hinzuziehen, mal sehen wohin.

ACHTUNG: Gibt es einen Gegenstand der für dich eine besondere Bedeutung hat?

Apo: Mein rotes Notizbuch. Das Schöne daran ist, dass es überall mitkommen kann. Da kommt alles rein: Notizen, Konzepte für künstlerische Arbeiten, alles. Ich habe tatsächlich heute Buch Nummer fünf angefangen. Dieses persönliche Archiv, meine Notizbücher, bedeuten mir sehr viel. Ich nutze sie seitdem ich 15 bin. Es ist total verrückt die Gedanken Meines 15-Jährigen Ichs nachzulesen.

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ACHTUNG: Welcher Gegenstand spiegelt deine Persönlichkeit am besten wider?

Apo: Meine Mundharmonika, die habe ich aber noch nicht so lange. Sie ist ein unglaublich lautes Instrument, was man so vielleicht nicht annehmen würde. Es gibt keine Möglichkeit das dezent oder unauffällig vor sich her zuspielen. Es ist immer laut und immer eindeutig eine Mundharmonika. So wie ich: Wenn ich da bin, dann bin ich da.

ACHTUNG: Wie wichtig ist dir Familie?

Apo: Sehr wichtig. Meine Mutter ist aus dem östlichsten Teil Österreichs, aus dem Südburgenland und ist dort in einem kroatisch-sprachigen Dorf großgeworden. Sie und alle ihre Geschwister sind aber nach Wien gezogen und ich bin sehr eng mit meinen Cousinen und Cousins aufgewachsen. Und dank der Wunder der modernen Technik bin ich ständig im Kontakt mit meiner Familie.

ACHTUNG: Stadt oder Natur?

Apo: Früher hätte ich immer Stadt gesagt, aber seitdem mein Vater dieses Haus hat, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Im Endeffekt aber immer noch Stadt. Aber ich genieße es sehr in dem Haus in der Natur zu sein, es tut echt gut. Man verbringt echt so viel Zeit draußen.

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ACHTUNG: Hast du einen Lieblingsort, den du gerne besuchst, um zu entspannen oder Energie zu tanken?

Apo: Das Haus meines Vaters, auf jeden Fall. Ich habe den gesamten Sommer dort verbracht. Mein Vater hat mir dort das Autofahren für den Führerschein beigebracht. Ich habe eigentlich zwei Monate nur auf dem Balkon gesessen und Gitarre gespielt. Hätte mir keinen schöneren Sommer vorstellen können.

ACHTUNG: Wie riecht für dich zuhause?

Apo: So wie meine Liebsten riechen. Jedes Mal, wenn ich bei jemandem zuhause bin, den ich richtig lieb hab, oder er*sie mir einen Pulli von sich gibt, dann freue ich mich.

ACHTUNG: Gibt es ein bestimmtes Essen, was dich wieder Kind fühlen lässt?

Apo: Da gibt es viele. Ich hätte nie gedacht, dass ich österreichische Küche so vermissen würde, als ich nach Hamburg gezogen bin. Als ich das erste Mal zurück nach Wien gekommen bin, habe ich als allererstes ein Schnitzel gegessen und das habe ich wirklich inhaliert. Meine Mutter hat viel traditionelle Bauernküche gemacht und das liebe ich noch immer.

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Title image: Dress PETAR PETROV. Model: Apollonia | Tomorrow is Another Day