Wiener Wirkstätte

Der Österreicher Arthur Arbesser bringt Wiener Glanz für das Operndebüt von André Heller an die Berliner Staatsoper

Keine gute Show funktioniert ohne Inszenierung. Da wäre sie also schon einmal, die Gemeinsamkeit zwischen Mode und Oper. Coco Chanel hat in den 20er-Jahren Tänzer des Ballett Russe eingekleidet, Yves Saint-Laurent entwarf Tutus, Karl Lagerfeld arbeitete für das Wiener Burgtheater, Jean-Paul Gaultier schneidert die Kostüme für die Tänzer des Friedrichstadt-Palast.

Dabei ist der Wandel zwischen runway und stage durchaus anspruchsvoll. Sich der Bühne anpassen und den Bewegungen der Tänzer, den Anforderungen der Rollen und Figuren ist nicht nur zeit- sondern auch Empathie-aufwändig. Dazu kommen Absprachen mit Choreografen, Regisseuren, Dramaturgen. Die Stoffe müssen jede Bewegung mitmachen, waschbar sein und länger als einen Abend halten – und vor allem eine Geschichte erzählen.

Und die heißt in diesem Fall ganz einfach Wien. Arthur Arbesser, der aus Wien stammende Modemacher mit Firmensitz in Mailand, entwirft 148 Kostüme für Richard Strauss’ Rosenkavalier, ein Liebesreigen im Pracht-Wien der untergehenden Donaumonarchie, den André Heller, der Wiener Universalkünstler in seinem Operndebüt am 9. Februar an der Berliner Staatsoper inszeniert. Erwarten lässt sich laut Arbesser „ein wunderbares Spektakel, in dem Schönheit im Vordergrund steht“. Provokation und Schock-Momente? Um das mal mit den Worten eines anderen großen Wieners zu beantworten: „Mein letzter Wille: Idylle.“ (Falco)