Unreal Reality: American Dreams

Eingefangen in Momentaufnahmen von Yves Borgwardt

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Wer je die USA in seiner ganzen Weite von Ost nach West durchreiste, fühlt sich wahrscheinlich irgendwann ebenso verloren in einem Traum wie in dem Song „Unreal Reality“ der Rockband The Kinks. „All that I see, seems so unreal to me. Is it the truth or is it only fantasy. Is it a dream or is it unreal reality?“ Verlockt und bezaubert von unbegrenzten Möglichkeiten, permanenten Versprechungen und überdimensionierten Größenordnungen, seltsam verwundert und irritiert von schleichendem Verfall, geistiger Einöde und grenzenloser Gier.

Fasziniert von der unrealen Realität Amerikas hat der Fotograf Yves Borgwardt seine Interpretation des American Dream – und zwar in genau jener befremdenden Amibvalenz – auf seiner Erkundungsreise in den USA eingefangen und zeigt uns vorab einige Previews davon. Wie jene Autos vor den Einfamilienhäusern, die nicht etwa in der Garage geparkt werden, sondern als Statussymbol auf der Strasse sorgsam eingehüllt stehen bleiben. Die menschenleeren Trailerparks und ihre vergessenen Bewohner, die treibende Hoffnung junger Models bei ihren Go-Sees mit dem Fotografen in New York oder die schier schöne und absurde Überdimensionalität der Natur und plastischer Comic-Figuren.

So entstanden, als Preview auf sein Personal Project, diese präzisen und dennoch einfühlsamen Momentaufnahmen des Gefühlszustandes einer ganzen Nation. Ähnlich scharf und durchdringend gezeichnet wie Borgwardt, 1983 in Frankfurt (Oder) geboren und später in Bayern aufgewachsen, auch die Persönlichkeiten und Dinge in seinen Porträts und Modebildern aufnimmt, die unter anderem in Magazinen wie Harper‘s Bazaar, dem Zeit Magazin oder Stern erschienen.