Designt in Genf: Emmanuel Tarpin erklärt seine Kollektion.

Schwarze Steine, funkelnde Augen

Aus der Firmengeschichte von de Grisogono sind sie nicht wegzudenken: schwarze Diamanten. Das Projekt Creativity in Residence lässt diese Tradition wieder aufleuchten

Um schwarze Diamanten ranken sich viele Legenden und Geschichten. So glaubte man in Indien lange Zeit, sie würden in Verbindung mit Gott stehen, da sie dunkel leuchten wie Schlangenaugen. Ungeschliffen ähneln diese göttlichen Steine allerdings eher wertloser Holzkohle. Ihre intensive Färbung entsteht durch viele mikroskopisch kleine Einschüsse von Graphit, die das Schleifen und Polieren sehr schwierig machen. Der italienisch-libanesische Juwelier Fawaz Gruosi spezialisierte sich auf diesen komplexen Prozess und gründete 1993 in der Schweiz die Firma de Grisogono, dessen Name so viel heißt wie „entsprungen aus Gold“. Noch heute ist Gruosi in jeden Designprozess involviert und legt auch nach 26 Jahren in seinem Unternehmen viel Wert auf Innovation.

Der de Grisogono-Schmuck wird in Handarbeit hergestellt.

Junge Kreativität

2019 versucht sich das Unternehmen wieder auf seinen Ursprung zu besinnen und daraus Kreativität zu schürfen. Mit Creativity in Residence entwarf man ein Kollaborations-Programm: Im Prolog ein Gastdesigner, der seine Interpretation des de Grisogono-Hauses in einer Kollektion umsetzt, im ersten Kapitel eine moderne Muse, die diese Botschaft trägt und im zweiten Kapitel ein Stipendien-Programm in Zusammenarbeit mit der HEAD-Universität in Genf. Die auserwählten Studierenden bekommen so die Möglichkeit sich bei einem einjährigen Praktikum mit der realen Arbeitswelt innerhalb der Kreativbranche auseinanderzusetzen. Die Nachwuchsförderung ist Céline Assimon, de Grisogonos CEO, besonders wichtig, um die kreativen Prozesse im Unternehmen innovativ und dynamisch voranzutreiben.

De Grisogonos CEO Céline Assimon und Residence-Designer Emmanuel Tarpin.

Der Prolog

Als erster Residence-Designer ist Emmanuel Tarpin dem Kreativteam in Genf für ein Jahr beigetreten. Der heute 27-Jährige veröffentlichte seine erste Schmuckkollektion bereits 2017, die unter anderem von Rihanna getragen wurde. „Es gibt durchaus Parallelen zwischen den Kreationen von de Grisogono und meinen eigenen Kollektionen. Sie ähneln sich in den Kontrasten zwischen Form, Farbe und Material“, erzählt Tarpin. Für die Prologue-Kollektion setzt er vor allem auf Schwarz-Weiß-Kontraste, indem er schwarze und weiße Diamanten auf geschwungen geformten Ohrringen, Ringen, Ketten und Armbändern platziert. Das erste und zweite Kapitel des Ceativity in Residence-Projektes folgen 2020.

Kontrastreich und geschwungen: Ein Ring aus der “Prologue”-Kollektion.