Auf der Pariser Modewoche flatterten Nobi Talais von Nomaden inspirierte fließende Kleider und Ensembles in Sonnengelb und Marineblau an allen vorbei, die in der deutschen Modepresse Rang und Namen haben; Fotos: Yannis Vlamos

Nobi Talai: Premiere in Paris

Während der Paris Fashion Week S/S17 zeigte die Berliner Designerin erstmals eine Schau in der Modehauptstadt

Seine Kollektionen während einer der etablierten Modewochen zu präsentieren, gilt für junge Marken als Mitgliedsausweis zum Modeclub. Die Paris Fashion Week ist dabei so etwas wie das vollgepaffte Séparée eines intimen Salons. Hier werden wichtige Geschmacksurteile gefällt. Wer in einer gewissen Liga spielen möchte, kommt kaum drum herum, sich dort ins Spiel zu bringen. Der Andrang, dort zu zeigen, ist da natürlich groß.

Dementsprechend gibt es zur Paris Fashion Week aktuell fast so viele Veranstaltungen in der Stadt wie Gucci-Loafer an den Füßen von Moderedakteurinnen: Ganz. Schön. Viele. Die Woche ist mittlerweile so aufgeblasen mit Defilés, Cocktailempfängen und Aftershowpartys, Shop Openings und Showroom Appointments, dass man sich beinahe sorgen muss, sie könnte in naher Zukunft platzen. Jeder, der sich dort ein lauschiges Plätzchen ergattert, das strategisch günstig gelegen ist — also am besten nicht zeitgleich zu den Schauen der big brands, sonst kommt ja niemand mit Rang und Namen — hat sich schon mal ein Lob verdient.

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Subtile Drapagen und softe Asymmetrien: die neue Kollektion von Nobi Talai bewegt sich irgendwo zwischen Orient und Okzident

So wie Nobieh Talaei. Die Berliner Designerin mit iranischen Wurzeln feierte in dieser Saison mit ihrem jungen Label Nobi Talai in Sachen Defilé nämlich Paris-Premiere. Subtile Drapagen, softe Asymmetrien bei klaren Formgebungen irgendwo zwischen Orient und Okzident: In der Garage de Luebeck, gleich um die Ecke der schicken Boulevards des 16. Arrondissements, flatterten ihre von Nomaden inspirierten fließenden Kleider und Ensembles in Sonnengelb, Marineblau und warmem Grau an allen vorbei, die in der deutschen Modepresse Rang und Namen haben. Allen voran Christiane Arp.

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Die Designerin Nobieh Talaei Backstage vor der Show

Dass die Chefredakteurin der deutschen Vogue als Fan und Förderin der Designerin gilt, ist kein Geheimnis. Neben Marina Hoermanseder ist Nobi Talai eines der zwei Labels, die aktuell von Arps und Markus Kurz initiierten Fashion Council Germany unterstützt werden. Das halten wir von Achtung Mode für eine gute Sache. Deshalb haben wir uns mit Arp und der deutschen Vogue zusammen getan.

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Cape zum Wickeln aus Mohair-Plüsch von Steiff mit cremefarbenem Wollcape aus Schur- und Alpakawolle sowie einer weißen Seidentunika: Nobi Talai; zu sehen in der neuen Achtung Ausgabe 32; Foto: Benjamin Brinckmann

In der aktuellen Septemberausgabe von Achtung Mode dreht sich so alles um Nobi Talai in unserer Kolumne Achtung + Vogue Photobooth. Zum zweiten Mal arbeiten wir so schon mit Christiane Arp und ihrem Team zusammen. Modekultur fängt eben bei der Nachwuchsförderung an. Bei Nobi Talai und ihrem Début in Paris kann man wunderbar beobachten, dass die Unterstützung erste Früchte trägt.