Münchens Goldschmiede

Fortsetzung der deutschen Highlights auf der Pariser Modewoche: Das sollte man über die Kollektion von Saskia Diez für den kommenden Sommer wissen

Saskia Diez ist bekannt für ihr filigran, minimalistisches Schmuckdesign, das selbst Frauen mögen, die sonst keinen Schmuck tragen. Die gelernte Goldschmiedin ist in München zuhause. Achtung Digital hat sie in ihrem temporären Showroom im Pariser Marais besucht und sich ihre neue Frühjahr/Sommerkollektion angesehen.

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München ist ihr Mittelpunkt

Saskia Diez führt ihr Geschäft im Glockenbachviertel in München. Zwischen alteingesessenen Marken baute sie das Schmucklabel unter ihrem Namen auf. Obwohl Bayern nicht gerade für seine Offenheit oder sein kreatives Treiben bekannt ist, fühlt sich die studierte Industriedesignerin und Goldschmiedin hier zuhause: „Man kann hier sehr konzentriert arbeiten. Und ich mag die Nähe zu Isar.“ Die Schmuckstücke von Saskia Diez erschlagen nicht. Sie sehen simpel aus, aber stecken voller kleinteiliger Ideen. Anfertigungen nimmt die Designerin auch vor. Kaufen kann man ihre Teile unter anderem bei Andreas Murkudis in Berlin und in München bei Schwittenberg. Neben ihrem Online-Shop ist ihr Schmuck auch in Japan und in den USA erhältlich.

 

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Schillernd schön

Für den kommenden Sommer arbeitete Diez erneut mit facettierten Edelsteinen: „Die Teile sind so gut angekommen, da haben wir daran angeknüpft.“ Herausgekommen sind dabei Ohrklemmen und Ringe aus 18 Karat Gold mit Turmalinen in rosa, grün und blau mit weißen und champagnerfarbenen Diamanten.

Ihren Arbeitsprozess beschreibt sie als ein wenig autistisch: „Ich muss die Dinge erst zu einem Punkt bringen, an dem ich über sie eine Sicherheit bekommen habe, bevor ich sie jemandem zeigen oder darüber diskutieren kann.“ Sie bevorzugt das Arbeiten von unterwegs, weil es ihr dadurch einfacher fällt abzuschalten:„Generell fängt es meist mit Skizzen an, ich muss Gedanken zu Papier bringen, um mit ihnen arbeiten zu können. Ich denke viel mit dem Stift und dann kreise ich eine Idee so lange ein, bis ich sie konzentriert habe. Dann mache ich Versuche, Modelle und später wird aus der einzelnen Idee eine Kollektion entwickelt.“

Auch überzeugend ist die Weiterführung ihrer Pailetten-Serie, bei der Silberplättchen fein aneinandergereiht vom Ohr baumeln. Obwohl Ketten und Ohrringe dieser Reihe auffällig erscheinen, sind die Teile sehr leicht im Gewicht, wirken unaufdringlich und mondän.

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Ein Ring für die Nase

Die britische Sängerin FKA Twigs hebt mit ihrer sanft hauchenden Stimme, die Grenzen zwischen elektronischer Musik und R’n’B auf. Aber nicht nur ihr Gesang gefällt. Ihr puppenartiges Gesicht, gepaart mit den Babyhaaren und dem auffälligen Nasenring haben einen starken Wiedererkennungswert. Mit ihr und spätestens mit Rihanna ist das Septum im Mainstream angekommen. Auch Givenchy Designer Riccardo Tisci ist großer Fan von Gesichtsschmuck. Bereits für seine Frühjahr/Sommer Haute Couture-Kollektion im Jahr 2012 trugen seine Modelle mächtige Ringe mit spitz-funkelnden Juwelen durch die Nase.

Auch an Saskia Diez ist dieser Trend nicht vorbeigegangen: Der feine Nasenring sticht auf den Kampagnenbildern für das kommende Frühjahr, fotografiert von Jonas Lindström, besonders ins Auge. Bei ihrer Version handelt es sich um ein Fake-Septum. So können auch ungepiercte Frauen den beliebten Ring tragen.

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Wenn sich die Münchner Szene trifft

Die Münchner Szene ist klein, aber eng miteinander verwoben. Da wundert es kaum, dass Saskia Diez eine Kollektion für das angesagte Bar-Restaurant Kismet designt. Die Betreiberin Sandra Forster führt den Kong-Club am Hauptbahnhof, das vietnamesische Restaurant Charlie und eröffnete jetzt gemeinsam mit den DJ Brüdern „Kill The Tills“ die orientalische Küche Kismet in der Löwengrube. Die beiden Münchner sind auch für Achtung Mode keine Unbekannten: Sie waren in der Titel-Geschichte unserer vergangenen Ausgabe zu sehen.

Gemeinsam mit Diez arbeiteten sie an Teilen rund um das Symbol der Hamsa Hand oder Hand der Fatima: „Was für mich an der Serie schön ist: so, wie die Hamsa Hand ein universelles, grenzübergreifendes und stets positiv besetztes Glückssymbol ist, genauso bedient sich die Küche im Kismet der Gerüche, Gewürze, Geschmäcker aus verschiedenen Regionen. Es gibt Rezepte aus Indien, Persien, Anatolien, der Türkei, dem Libanon, aus Marokko.“ Entstanden ist eine sechsteilige Schmuckreihe: ein Armband und eine Kette für Männer, für die Frau eine filigranere Version, sowie ein Nasenring und ein Klipp-Ohrring. Die Fatima-Hand dient bei Armbändern und Ketten als Verschluss, bei Ohrring und Septum als ornamentale Form. Vorgestellt wird die Kollektion im Rahmen einer Party am 25.November im Kismet.