Made in France

Teil Sieben unserer deutschen Highlights in Paris: Was man über die Frühjahr-Sommer-Kollektion 2016 von Gauchère Paris wissen muss

Die deutsche Designerin Marie-Christine Statz macht französische Mode unter dem Namen Gauchère Paris. Sie ist Deutschlands vielversprechender Export, stets klar und strukturiert im Design. Achtung Digital hat ihre Präsentation im achten Arrondissement besucht und einen Blick auf ihre Kollektion geworfen

Fotografie: @aaariess
Fotografie: @aaariess

Französische DNA

Marie-Christine Statz begreift ihre Marke nicht als typisch deutsch. Sie designt in Paris und auch die Herstellung wird in Frankreich vollzogen: „Die Heimat und der Ursprung von Gauchère ist Paris.“ Der Werdegang der Deutschen ist ebenfalls international bestimmt: Sie studierte in den USA und sammelte dort erste Arbeitserfahrungen. In Paris angekommen, spezialisierte Statz sich an der Chambre Syndicale de la Haute Couture. Danach gründete die Modemacherin ihr eigenes Label. Nichtsdestotrotz schwingen Bezüge zur Herkunft permanent mit: „Ich habe Deutschland nicht immer als Inspiration präsent im Kopf. Das Graphische und Strukturierte, was man den Deutschen nachsagt, findet man aber sicher in meiner Mode.“

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Mode trifft auf Architektur

Statz gefällt die Architektur eines Kleidungsstückes. Sie ließ sich bereits in der Vergangenheit vom Bauhaus inspirieren. Dieses Mal imponierte ihr der japanische Architekt Toyo Ito. Sie schaute sich seine Gebäude in Barcelona an und begeisterte sich für seine konzeptionelle Herangehensweise und Formsprache. Referenzen finden sich in den Drucken und der Struktur, die durch große Linien und Farbe unterbrochen werden. Durch dieser Technik und den Einsatz fließender Seide wirkt die Kollektion deutlich weicher als ihr Vorgänger.

 

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Haute Couture Techniken

Die kommende Frühjahr-Sommerkollektion ist feminin, nonchalant und sportlich. Statz Couture-Hintergrund zeigt sich dennoch: in den Herstellungsprozessen. Mit Guipure nutzt sie eine Art der Stickerei, bei der auf ein Grundgewebe gestickt wird, das im Folgevorgang mittels eines Acetonbads weggeätzt wird. Dadurch entsteht ein Stoff, der an Klöppelspitze erinnert und einen Hauch Transparenz in die Kollektion bringt. Kombiniert wird das Ganze mit zerrissenen, übergroßen Denim-Mänteln, Jacken und Westen.

Zum Ende der Show war ihr daran gelegen, Ruhe in die Kollektion zu bringen. Deswegen verabschiedeten sich die Models in einer schwarzen Serie aus Godet-Röcken und gedeckten Blusen mit Plissees vom Laufsteg.

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What’s next?

Statz ist guter Dinge und wünscht sich, dass ihr Label Gauchère Paris auch in Zukunft weiterwächst. Dabei möchte sie nichts überstürzen, sondern bevorzugt organisches Wachstum und einen fließenden Prozess. Letzte Saison kaufte Barney’s ihre Kollektion, ein wichtiger Schritt, um auf dem amerikanischen Markt populär zu werden und langfristig zu bestehen.