Das Leibgericht von Johanna Perret und Tutia Schaad, fotografiert am 24. Oktober 2011 in Berlin-Mitte von Achim Hatzius

Leibgericht #17: Perret Schaad

Das Modeduo Perret Schaad zaubert für Achtung Mode sein Leibgericht: Karotten-Ingwer-Suppe mit Riesengarnelen

Weil wir glauben, dass guter Geschmack sich nicht nur in Sachen Kleidern äußert, bitten wir seit Achtung Ausgabe Eins Keyplayer der Modewelt, für uns ihr Leibgericht zu kochen. Wir zeigen, was die Fashion-Branche wirklich isst.

Berlin hat so viele neue Talente. dass man leicht den Überblick verlieren kann. Das liegt auch an der großen Anzahl von Preisen, Workshops und Wettbewerb von Peer & Cloppenburg’s Designers for Tomorrow über Vogue’s Salon bis zum Berliner Senat, die alle nichts anderes machen, als Talente zu feiern. Die irischsten von allen sind jedoch Johanna Perret und Tutia Schaad, die zusammen Perret Schaad bilden.

Mit dem einfachen Rezept, klare Farben und Formen mit guten Materialien wunderbar ausgewählt und gekonnt zusammenzustellen, sind die beiden Vorreiter einen neuen puristischen Schule. Wer das Atelier von Perret Schaad kennt, ein cozy Altbau am Prenzlauer Berg, mag überrascht sein, als Wohnort von Tutia Schaad einen minimaoistischen Plattenbau in Berlin-Mitte vorzufinden. Erfrischend gut gelaunt öffnet sie mit Johanna Perret die Tür, und sofort sind wir mittendrin in einem angeregten Gespräch, das von Umzügen über Hochzeiten von Verwandten bis zu den Pralinen, mit denen die beiden von ihrem Praktikant immer liebevoll versorgt werden, reicht. Gleichzeitig wird keine Zeit bis zum Kochen für das Achtung Leibgericht vertrödelt, die gut eingespielte Professionalität des internationalen Mode-Teams bleibt auch im Privatleben präsent.

Perret Schaad
Johanna Perret beim Servieren ihres Leibgerichts, im Hintergrund Tutia Schaad

Tutia ist in Hanoi geboren und sowohl in der Schweiz als auch in Frankreich aufgewachsen, Johanna ist gebürtige Münchnerin mit einer deutschen Mutter und französischem Vater. Es ist schön, ihnen zuzuhören, wie sie sich sowohl auf Französisch als auch (meistens) blind und ohne viele Worte verstehen. 2009 absolvierten sie die Kunsthochschule Berlin Weißensee, fanden allerdings schon früher während eines Praktikums 2007 bei Givenchy in Paris zueinander, als Tutia für die letzten zwei Wochen vor der Show Johanna zu Hilfe holen konnte.

Sie kommen gerade aus London von der Ledermesse, die sie vor allem für ihre zweite Schuhkollektion für Görtz besuchten. Das ist zwar kein glamouröses Projekt, sorgt aber dafür, dass die Miete bezahlt werden kann, und ist gleichzeitig Zeugnis für die guten Dinge, die der Sponsorenwahnsinn der Berliner Modewoche mit sich bringt: es werden tatsächlich echte Talente subventioniert. Im Januar wird sie neben ihrer eigenen Kollektion auf der Berliner Modewoche gezeigt. Die Vorliebe des Duos für Orange- und Rottöne findet sich sowohl in der Kleidung – Johanna trägt eine rosé-rot Kombi –, der Einrichtung – man deckt einen weinroten Esstisch ein – als auch im Gericht selbst: einer asiatisch angehauchten Suppe in satter Mohrrübenfarbe.

Karotten-Ingwer-Suppe mit Riesengarnelen für ca. 4 Personen

  • 2 Esslöffel Butter
  • 2 Esslöffel Pflanzenöl
  • 2 rote Zwiebeln
  • eine Knoblauchzehe
  • 20g Ingwer
  • 500g Karotten
  • 1l Gemüsebrühe
  • eine Orange
  • Meersalz, Pfeffer
  • ein Bund Koriander
  • 250ml Kokosmilch (100%)
  • 400g Riesengarnelen

Zubereitung:

Butter und Öl erhitzen, die Zwiebeln sehr klein häckseln und mit einer Prise goldbraun braten. Dann die in kleine Scheiben geschnittenen Karotten den fein gehackten Ingwer dazugeben sowie die Gemüsebrühe und den frisch gepressten Saft der Orange. Kurz aufkochen und 20 weitere Minuten leicht köcheln lassen.

Parallel dazu die Garnelen mit Knoblauch marinieren und in etwas Öl anbraten. Wenn die Karotten weich sind, die Suppe pürieren. Mit Kokosmilch und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken, zum Schluss Garnelen und Koriander garnieren.

Erstmals erschienen in Achtung Mode Ausgabe 20, November 2011.