Kleidsame Kurzgeschichten von Odeeh

Ausblick auf die nächste Saison: Was man über die FS16-Kollektion des Designduos Otto Drögsler und Jörg Ehrlich wissen sollte

Seit über 20 Jahren arbeiten Drögsler und Ehrlich schon im Team. Nach gemeinsamen Stationen bei Escada, Rena Lange und René Lezard machten sie sich 2008 mit Odeeh selbstständig – ihre Kollektionen sind seitdem stets eine Ode an fröhliche, farbenfreudige Frauen, die Eleganz und Leichtigkeit gleichermaßen schätzen. Zur Pariser Modewoche präsentieren sie regelmäßig im Marais, erwerben kann man ihre Stücke im Flagship-Store im Berliner Bikini-Haus. Entworfen wird allerdings fernab von Hauptstädten: Unweit von Würzburg, auf ihrem großen Anwesen aus dem 16. Jahrhundert, finden Drögsler und Ehrlich, die auch privat ein Paar sind, Raum für neue Ideen

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Short Stories

Mit Kleidern kann man Geschichten erzählen, das wissen Otto Drögsler und Jörg Ehrlich. In ihrer 13. Kollektion namens „Short Stories“ geht es gleich um mehrere auf einmal – die Kollektion für den kommenden Sommer, die sie im Rahmen der Pariser Prêt à Porter als Capsule-Installation wieder einmal in der Galerie Christian Greve im Marais präsentierten, teilt sich nämlich in vier parallel verlaufende Erzählstränge: Streifen, Denim, Big Patched Shirts und Foulards.

 

 

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Licht und Schatten in Kleider übersetzen

Eine Geschichte handelt konkret von der Übersetzung eines natürlichen Licht-Schatten-Spektakels in Stofflichkeit, welches sich an modernistischer Architektur verfängt und bricht, was man anhand der Stimmungsbilder des Designduos zur Kollektion hervorragend nachverfolgen kann.

 

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Streifen, mehrmals anders

Im kleidsamen Ergebnis kann dies an Röcken, Blusen und Kleidern bewundert werden, die, mal glänzend und vertikal, dann wieder unaufgeräumt gefranst, auf Volants oder im geraden Fall jenes Spektakel wiedergeben.

 

die Hemden

Kuratierte Kollektionen

Kleidsame Ideen in Überthemen zu einer Art anthropologischen, modehistorischen Sammlung zu bündeln, die ergründen will, was innerhalb eines fest gesteckten Rahmens alles möglich ist: Damit knüpfen Drögsler und Ehrlich auch an die Kollektion des vergangenen Sommers an, die von dreißig Röcken und dreißig weißen Blusen handelte. Akribisch unterwirft sich das Paar stets strengen Vorgaben in Sachen Warengruppe oder Sujet – aus dieser Restriktion ziehen sie ihre kreative Kraft. So kann man auch ein kleines Stück Kulturgeschichte erzählen. Ohnehin liegt das Sortieren von Kleidung nach gewissen Schemen gerade hoch im Kurs – Leanne Shapton lässt grüßen.