In ihrem Berliner Apartment zaubert Wolfen-Designerin Jacqueline Huste das perfekte sonntägliche Dessert: Böhmische Pflaumenknödel; Fotografiert am 15. Juli 2011 in Berlin-Wedding von Fergus Padel

Leibgericht #16: Jacqueline Huste

Die Berliner Designerin Jacqueline Huste bereitet für Achtung Mode ihr Leibgericht zu: Böhmische Zwetschengenknödel

Weil wir glauben, dass guter Geschmack sich nicht nur in Sachen Kleidern äußert, bitten wir seit Achtung Ausgabe Eins Keyplayer der Modewelt, für uns ihr Leibgericht zu kochen. Wir zeigen, was die Fashion-Branche wirklich isst.

Jacqueline Huste ist eigentlich kompromisslos, um im System der Mode zu funktionieren. Aber die studierte Architektin, die irgendwann genug hatte von ihrer Arbeit bei dem renommierten Büro Gerkan, Marg und Partner, traf mit ihrem fast bäuerlichen Minimalismus sofort einen blank liegenden Nerv unserer Zeit: Huste schneidert unter dem archaisch anmutenden Namen “Wolfen”, hinter dem sich einfach nur ihre Heimatstadt in Sachsen-Anhalt verbirgt, handwerklich ausgereifte Alltagskleidung.

Bereits ihr erstes Modell, eine Strickjacke, entsprach der Sehnsucht nach einem einfacheren Leben, in dem es Kleidung gibt statt Fashion-Aussage, Traditionen noch den Rhythmus der Existenz prägen und sich die Form eines Gegenstandes aus seiner Funktion ergibt. Es gibt “Wolfen” inzwischen nur noch in Hustes eigenem Laden in der Berliner Auguststraße. Für Achtung kocht sie ein Rezept, das so einfach, traditionell und raffiniert ist wie ihre Kleidung und sie selbst: Böhmische Pflaumenknödel.

Böhmische Zwetschgenknödel

  • 500g Mehl
  • 30g Zucker
  • 2 Eier
  • 50g Butter
  • eine Prise Salz
  • 1/4l Milch
  • 30g Hefe

Zubereitung:

Mehl, Salz und Zucker in einer Schüssel vermengen. Dann zwei Eier hineinschlagen, nicht verrühren. Parallel die Butter warm machen (nicht braun werden lassen) und in das Mehl geben. Die Milch langsam erwärmen, handwarm! Nicht zu heiß! Darin anschließend die Hefe mit der Hand auflösen. Die Milch langsam in die Schüssel mit den anderen Zutaten geben und mit der Hand liebevoll vermengen. Dann mit der Hand den Teig schlagen, bis er eine gute Masse ergibt, und etwas Mehl dazugeben, wenn er noch sehr klebt. Die Schüssel mit einem Handtuch abdecken und an einen möglichst warmen Platz stellen (keine Zugluft!) und eineinhalb Stunden “gehen” lassen.

Dann kleine Teilportionen abreißen, ein bis zwei Pflaumen und etwas braunen Zucker in einen Kloß einarbeiten und auf dem Ofen dämpfen. Dazu erhitze ich Wasser in einem großen Topf und binde oben ein Geschirrtuch mit einem Faden fest. Darauf lege ich die Klöße und obenauf wieder ein Tuch. Die Klöße sind fertig, wenn sie nicht mehr kleben. Schmeckt gut mit zerlassener, brauner Butter, Zucker und nach Geschmack etwas Zimt. Guten Appetit!

Erstmals erschienen in Achtung Mode Ausgabe 19, September 2011.