Gucci Ghost: Vandalismus Deluxe

Graffiti-Künstler Trevor Andrew aka Gucci Ghost präsentiert seine Kollektion für das Modehaus in Berlin

Aus der Not eine Kunst: Weil Künstler Trevor Andrew an Halloween kein Kostüm hatte, warf er sich kurzerhand ein Bettlacken über den Kopf, besprüht mit dem ikonischen Doppel-G-Logo von Gucci. So zog er auf seinem Skateboard durch die Straßen von New York. Prompt zog das in der Metropole Aufmerksamkeit auf sich – warum nicht weitermachen, dachte sich Andrew. Geboren war die Figur des “Gucci Ghost”.

Das Motiv der ineinander geschlungenen Buchstaben wurde für den ehemaligen Olympia-Snowboarder bald zu einer Obsession. Er sprayte das Logo auf Straßenwände und Mülltonnen des Big Apple und postete Bilder davon auf Instagram. Auch bei Gucci selbst blieb das nicht unentdeckt. Sein spontaner Einfall bescherte Andrew kurze Zeit später ein Meeting mit keinem geringen als Kreativdirektor Alessandro Michele.

Gucci Ghost
Logo-Mania in der Gucci-Ghost-Kollektion

Beide scheinen sich sympathisch gewesen zu sein. Seither arbeitet Trevor jedenfalls immer wieder mit dem italienischen Luxuslabel zusammen. Straßenkunst trifft auf High Fashion – dass das funktioniert, weiß man schon, seitdem Künstler Stephen Sprouse sich 2001 Louis Vuittons Speedy-Taschen vornahm und einen Graffiti-Look verpasste.

Für Herbst-Winter 2016 durfte Andrew jedenfalls bei Gucci sogar eine eigene Kollektion entwerfen, die er gestern im Store auf dem Berliner Kurfürstendamm präsentierte. Taschen, Schuhe und Schals sind mit dem gelb-blauen Logo-Muster in Graffiti-Optik besprayt. Bei der Tote-Bag entsteht so die Illusion von tropfender Farbe des Schriftzuges „Real“. Und auch Jacken oder Pullover waren vor dem Vandalismus deluxe nicht sicher: „Life is Gucci“ heißt es da. Blicke auf sich ziehen wird man mit den Teilen auf jeden Fall. Für Andrews bedeutet das wohl: Ziel erfüllt.