Franca Sozzani x YOOX

Am 11. Februar versteigert YOOX Franca Sozzani's persönliche Garderobe für einen guten Zweck

Armani, Gucci, Prada, Versace – die großen italienischen Namen und die noch größere italienische Kultur, sollte doch eigentlich reichen um ein monatliches Mode-Magazin zu bestücken, nevvero? Keine Zukunft, bescheinigte hingegen Franca Sozzani schon 1988 diesem provinziellen Magazin-Konzept und begann eine italienische Vogue zu machen, die nicht mehr nur vor den heimischen Designer und Marken niederkniete, sondern im internationalen Vergleich bekanntermaßen den aufmüpfigsten wie revolutionärsten Ruf genießt, und dass trotz der verhältnismäßig geringen Auflage. Weniger berühmt als Anna Wintour, aber mit stärkerem ästhetischem Blick führte Franca Sozzani 28 Jahre lang die italienische Vogue bevor sie im Dezember 2016 nach schwerer Krankheit starb.

Den ewigen Wandel schafft Sozzani, die übrigens Literatur und Philosophie studierte, mit Hilfe großer Modefotografen wie Steven Meisel, Bruce Weber oder Peter Lindbergh. Nebenbei hielt die zierliche Blondine mit rauch-kratziger Stimme übrigens Vorträge zum Thema Körperbild in Harvard, engagiert sich mit dem Projekt „Fashion 4 Development“ für die Gleichstellung der Frau und den Kampf gegen Armut in Entwicklungsländern und wurde 2012 von Frankreichs Ex-Premier Sarkozy in die Legion of Honor geehrt. Wie sie das alles meistert? Die Antwort ist simpel: „Ich habe keine Angst“, erklärte sie Achtung Digital einmal gegenüber.

Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. So begann Sozzanis Karriere bei der Vogue direkt mit einem Paukenschlag: sie schockte die Italiener, indem sie unerhörterweise mit Yves Saint Laurent einen Franzosen auf ihr allererstes Cover setzte. Das war der Anstoß, die Bildsprache nicht nur einmalig neu zu erfinden, sondern immer wieder konsequent zu hinterfragen.

Zum Beispiel im Jahr 2008, als sie mit der mittlerweile legendären Black Issue das westliche Modebild auf den Kopf stellte, oder 2010, als sie für die August-Ausgabe die Ölkatastrophe am Golf von Mexiko aufgriff und das Model Kristen McNeamy mit Öl übergoss.

Es waren aber keineswegs nur moralische Themen, die sie umtrieben und ihren Ruf begründeten, ihre Tätigkeit war vor allem Stil-bildend. Provokant, kreativ, spannend. So auch ihre persönliche Garderobe die nun am 11. Februar auf YOOX versteigert wird. 397 Ready-to-wear und Haute Couture Stücke und 190 Accessoires aus dem Kleiderschrank der ehemaligen italienischen Vogue-Chefin können dann erworben werden. Die Erlöse werden zu 100% dem von ihrem Sohn gegründeten und neuen „Franca Sozzani Fund for Preventive Genomics at the Brigham and Women’s Hospital at Harvard“ zugutekommen. Schließlich war es ihr immer wichtig persönlich für die richtigen Dinge zu kämpfen – das ist Franca Sozzani all die Jahre gelungen.