Kleid MICHEAL KORS fotografiert von Alexey Kiselev für Achtung Mode Nr. 36.

Ein Tag für die Erde

Die Erde wird sich weiterdrehen. Wird sie das? Zum 50. Mal wurde dieses Jahr am 22. April der Tag der Erde gefeiert. Die Erde selbst ist zwar schon wesentlich älter, aber seit 50 Jahren setzen sich Menschen angesichts der steigenden Umweltbelastung an diesem Tag aktiv für ihren Schutz ein.

Zuletzt zeigten australische Brände, Heuschreckeninvasionen in Kenia und Überschwemmungen in Jakarta: Wir brauchen diesen Tag und immer wieder Gedankenanstöße zur Veränderung. Den ersten gab Gaylord Nelson, ein Gouverneur aus Wisconsin vor 50 Jahren. Er hatte die Idee einen nationalen Umweltaktionstag, den Tag der Erde, ins Leben zu rufen und die Vision, dass dadurch die Menschen auch das eigene Konsumverhalten überdenken. Aufgrund der wachsenden Beunruhigung der Bevölkerung in den 70ern über Smog, Pestizide und Wasserverschmutzung traf Nelson mit seiner Forderung nach mehr Umweltschutz auf fruchtbaren Boden. Ursprünglich sollte der Tag der Erde mit Aktivitäten nicht von Organisationen, sondern von Einzelpersonen und Gruppen begangen werden – eine echte Graswurzelbewegung. Doch mehr und mehr nehmen auch Unternehmen den Tag zum Anlass, um ihre eigenen Geschäftsmodelle zu überdenken und sie stärker am Umweltschutz auszurichten – auch die Modebranche.

So hat Capri Holdings zu dessen Labels Michael Kors, Jimmy Choo und Versace zählen, zum diesjährigen Tag der Erde verkündet, seinen direkten Betrieb zu hundert Prozent kohlenstoffneutral zu führen und bis 2025 hundert Prozent der Energie für die eigenen und betriebenen Anlagen aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Kunststoffe in Verpackungen sollen zukünftig recycelbar sein, der Wasserverbrauch reduziert und die Lieferketten transparenter werden.

Besiegelt wird das Vorhaben mit der Unterschrift des Vorsitzenden John D. Idol im Global Compact der Vereinten Nationen. Ein Zusammenschluss von Unternehmen für verantwortungsvollere Unternehmensführung – sozial und ökologisch. Vielleicht ein Schritt hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft. So könnte jeder Tag, der Tag der Erde sein.