Illustration by Caroline Marine Hebel exclusively for Achtung Mode

Dr. Eckhart Nickel

Achtung Mode's very own Doctor in Literature publishes new book "Hysteria"

Uns geht es jetzt schon viele Jahre so, dass wir uns sicher sind, wie die aktuelle Mode aussehen muss, aber nie genau wissen, wie wir die Bildstrecken in Worte fassen sollen. Nochmal zur Erinnerung: Modekultur aus Deutschland in Wort und Bild haben wir uns schließlich auf die Fahne geschrieben.

Da unser Gründer sich hauptsächlich auf die Mode konzentriert, braucht es eine starke Feder. Denn das branchenübliche „Zehn aufregende Looks für den Herbst“ hat uns schon immer genervt. Seit der Stunde Null bei der Achtung Mode dabei, ist deshalb: Eckhart Nickel. Also, wenn die Kleider ausgesucht, das Shooting gemacht und dann das erste Layout da ist, braucht es Worte, die richtigen. Und das wird dann immer einfach, wenn man die Sachen zu Dr. Eckhart Nickel rüber- schickt, unserem Stilbeirat und seit der letzten Ausgabe Chefredakteur. Godfrey Deeny, der bisher diese Position innehatte, hat uns verlassen, um sich voll und ganz dem Aufbfbau von fashionnetwork.com zu widmen. Für ihn als Pionier des Online-Modejournalismus – er fing mit Fashion Wire Daily schon Ende der 90er Jahre an – eine spannende Aufgabe.

Nickel ist ein echter Wortschmied, aber vor allem auch überzeugter Purist und Per- fektionist in Stil- und Modefragen. Er liebt alte Helmut Lang-Anzüge und Entwürfe aus der Zeit vor dem Schaltjahr 2004.

Und wie er immer wieder zu unseren teilweise aus dem Effekt entstandenen Modestrecken großartige, bleibende Wortgebilde paart, ist einzigartig. Natürlich haben wir reines Glück, diesen Mann zu unseren Redakteuren zu zählen, denn eigentlich ist er Doktor der Literaturwissenschaftften, der genau jetzt in diesem Monat seinen ersten Roman herausbringt, der im August auch noch für den Deutschen Buchpreis 2018 nominiert wurde. Wie hat er das gemacht? Letztes Jahr als Nominierter für den Bachmann Preis in Klagenfurt hat er sich entschieden, das erste Kapitel seines Romans in den Wettbewerb einzureichen. Welche Chuzpe, welcher Charme. Besser noch, er gewann mit diesem Romanvorspann den dritten Preis und die Aufmerksamkeit von Felicitas von Lovenberg beim Piper Verlag in München. Seit März 2016 ist von Lovenberg, davor als Literaturkritikerin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung tätig, die verlegerische Geschäftftsführung bei Piper. Eine neue Macht am deutschen Literaturmarkt. Und Nickel ist einer ihrer ersten Zöglinge. Besser kann es nicht laufen. So wartet also das Buch Hysteria im Laden auf Sie, lieber Leser. Nickel arbeitet übrigens schon am nächsten. Weil wir es nicht lassen können, hier der erste Satz aus dem Bachmann-Preis-Text: „Mit den Himbeeren stimmte etwas nicht.“

Hysteria by Dr. Eckhart Nickel

 

 

This article appeared first in Achtung Mode Nr. 36 (September 2018).