Die neue Hut-Herrschaft

Hüte gelten längst nicht mehr als das Modesymbol von einst. Das versucht das italienische Traditionsunternehmen Borsalino gerade zu ändern

 

Heute tragen selbst Mitfünfziger Baseball-Cap auf dem Kopf. Und das völlig unironisch, gilt das Baseball-Cap doch allgemein als jugendlich und ein bisschen auch als Bekenntnis zur westlichen Welt. Vergleichbar mit Sneakers, die auch in alle Stil- und Lebensbereiche eingedrungen sind. Wenn man so möchte, die Amerikanisierung der Kopfbedeckung, ruft man sich nur kurz Donald Trumps rote „Make America Great Again“-Kappe in Erinnerung.

Gut, dass es da Unternehmen gibt, die dafür sorgen, dass Hüte, sollten sie auch zur bedrohten Modeart gehören, nicht ganz von der Bildfläche verschwinden. Die italienische Hutmarke Borsalino ist eins von ihnen. Schließlich hat der Borsalino-Hut schon auf Harrison Fords Kopf in Indiana Jones bewiesen, dass er noch der durchschnittlichsten Aufmachung eine gewisse Größe verleiht.

Das 162-jährige Unternehmen wird gerade von dem neuen Kreativ-Kuratoren und ehemaligen Gucci CEO, Giacomo Santucci, (millennials-tauglich) einem Relaunch unterzogen. Für die Herbst-Winter-Kollektion hat man sich jetzt dem Thema Art & Crafts gewidmet, immerhin werden die Hüte bei Borsalino immer noch von den rund 80 Mitarbeitern handgefertigt und die Produktion einer der berühmten Fedoras aus Filz kann Wochen dauern. Für die Kampagne hat man dann die entstandenen Motive per Hand durch Malerei verfeinert und so ganz eigene Kunstwerke erschaffen, die durch das Zusammenspiel von Malerei und Werbe-Fotografie eine Art Pop-Synthese erschaffen.

Ach so, ein Baseball-Cap gibt es in der Kollektion übrigens auch. Aus Kord und mit riesigem Borsalino Schriftzug versehen wird die Allerwelts-Kopfbedeckung allerdings von unser Berliner Franzi Mueller tief ins Gesicht gezogen zum stilistischen Ausrufezeichen.