Alltäglich unalltäglich: Bless

In Kooperation mit Visual Artist Dominique Gonzalez-Foerster und dem Designstudio Manuel Raeder präsentiert Bless seine Arbeit "Wareaways" im Kontext einer Ausstellung in Berlin

Spätestens seit der Pop-Art ist klar: Die Kunst braucht die Mode wie die Mode die Kunst. Wirft man  heute einen Blick auf die großen Laufstege, wirkt die Motivation hinter vielen Kollektionen fast schon ein wenig berechnend. Je ausgeflippter und artier die Entwürfe, desto besser. Das zieht doch Blicke auf sich, das spaltet doch die Massen.
Wie wunderbar substanzvoll und unaffektiert Mode und Kunst allerdings auch zusammengeführt werden können, beweisen seit 1997 Desiree Heiss und Ines Kaag mit ihrem Label Bless. Durch einen Zufall lernten sich die beiden ehemaligen Kunstakademie-Studentinnen auf einem Studentenwettbewerb in Paris kennen. Vier Jahre später war Bless geboren und das deutsche Design-Team, das einem Künstlerkollektiv eigentlich so viel näher kommt, dank Martin Margielas Begeisterung für eine ihrer Perücken aus Pelz international bekannt.

bless
Substanzvoll und unaffektiert: Auch in der neuen Kollektion “N°57 Daycation” setzen Heiss und Kaag mit Bless Kunst und Mode in ihren eigenen Kontext

Bald zwanzig Jahre lang bewegen sich Heiss und Kaag nun schon mit Bless am Modehorizont und variieren nicht nur das Konzept der Mode selbst, sondern bringen mit ihren aus dem Leben gegriffenen Ideen auch Farbe in unseren Alltag. Anzüge für Stühle; mit Glitzersteinen oder schwarzer Spitze besetzte Stromkabelhüllen; ein ledernes Fahrradschloss, das man sich einfach lässig um den Bauch bindet und ein Staubsauger, der im Handumdrehen zum Stuhl wird, sind nur einige Kreationen, mit denen sie beweisen: Mode ist vielleicht nicht immer funktional, Funktionalität schließt ein modisches Äußeres aber definitiv nicht aus.

Und da bei den beiden Deutschen mit Wohnsitz in Berlin und Paris nie etwas ist, wie es zuerst scheint, ist auch ihr Berliner Flagship Store eine kleine Rarität. Seit 2011 kann man sich im Prenzlauer Berg selbst ein Bild von der Bless-Welt machen — im wahrsten Sinne des Wortes. Der Shop des Labels ist nämlich nicht einfach nur ein besonders schick hergerichteter Laden, sondern ein Apartment. Während man also gemütlich einen Tee trinkend durch die möblierte Wohnung schlendert, kann man sich von den von der Decke baumelnden Teilen vergangener Kollektionen verzaubern lassen — und sie natürlich auch kaufen.

bless
“N°57 Daycation” ist in Kooperation mit dem Berliner Künstler Marc Brandenburg entstanden

In Kooperation mit Visual Artist Dominique Gonzalez-Foerster und dem Designstudio Manuel Raeder präsentiert Bless nun ab dem 31. Oktober im Schinkel Pavillon in Berlin im Rahmen der Ausstellung Costumes & Wishes For the 21st Century seine neue Arbeit “Wareaways”. An drei Sonntagen im November dürfen die Wareaways-Charakter-Shirts und die dazugehörigen ebenfalls von Bless designten Accessoires von Ausstellungsbesuchern sogar anprobiert werden. Wer will, kann sich zusätzlich von Hairtylist Hiro frisieren und von dem neuen Uslu Airlines AOP-Makeup-Airbrushsystem verwöhnen lassen. Eine Erlebniswelt wie nur Bless sie hätte schaffen können.

Bless x Dominique Gonzalez-Foerster x Manuel Raeder
Costumes & Wishes for the 21st Century
31. Oktober 2016 – 22. Januar 2017
November Cosplay Sonntage (15 – 18 Uhr): 07./13./20. November 
Schinkel Pavillon
Oberwallstrasse 1, 10117 Berlin