Alice Springs – Porträts, Promis, Punk

Ein Buch und eine Ausstellung beleuchten das fotografische Werk von Helmut Newtons Frau June, die unter dem Pseudonym Alice Springs selbst erfolgreich als Fotografin arbeitete

June Newton war nicht bloß die Frau an der Seite des berühmt berüchtigten Modefotografen Helmut. Unter dem Pseudonym Alice Springs machte selbst eine Karriere als Fotografin. Diese begann spontan: Weil Helmut Newton 1970 mit einer Grippe im Bett lag, hätte er die Motive für eine Werbekampagne der französischen Zigarettenmarke Gitanes nicht pünktlich abgeben können. Also sprang June nach einem Crashkurs in Sachen Beleuchtung und Kameratechnik kurzerhand ein.

Es folgten Aufträge von französischen und internationalen Modemagazinen, für die sie glamouröse Kampagnen schoss, bevor sie sich der Porträtfotografie im Los Angeles der 1980er zuwandte. Vor die Linse kam ihr dort Hollywood-Prominenz und die hiesige High Society — genauso wie die wilde Punkszene in den raueren Ecken des Melrose Districts. Auch eindingliche Aufnahmen, die sie von ihrem Mann machte, stammen aus dieser Zeit.

So verschieden die Sujets sein mögen, sie alle sind extrem ehrliche, persönliche Arbeiten, die von Alice Springs ungekünsteltem Stil zeugen und ihrem Talent, das Charisma eines Menschen einzufangen. Ihre Arbeiten zeigt aktuell die Ausstellung „Alice Springs. The Paris MEP Show“ in der Berliner Helmut Newton Stiftung, die auch in der Maison Européenne de la Photographie in Paris gezeigt wurde. Zur Ausstellung ist im TASCHEN Verlag jetzt der dazugehörige Bildband erschienen, der Springs Spirit der 80er auch nach Hause holt.

„Alice Springs. The Paris MEP Show“
Taschen Verlag
Hardcover, 21 x 27,5 cm, 112 Seiten

Ausstellung bis 20. November 2016
Helmut Newton Stiftung
Jebensstraße 2
10623 Berlin