Fürstin Charlène von Monaco Frontrow in Akris auf dem Défilee des Schweizer Designers

Akris und der Adel

Albert Kriemler und Fürstin Charlène von Monaco verbindet eine langjährige Freundschaft. Das hängt wohl vor allem mit einem zusammen: Nie sieht sie besser aus als in seinen Kleidern

Wir von Achtung Mode haben eine Schwäche für ansprechend angezogene Adelsdamen. Mit Elisabeth von Thurn und Taxis, selbst Moderedakteurin und Streetstyle-Star, verbindet uns eine andauernde gemeinsame Geschichte: Im vergangenen Jahr präsentierten wir ihre schönsten Fashion-Week-Outfits fotografiert von Sandra Semburg und in unserer aktuellen Printausgabe ließen wir sie und ihre Lieblingsstiefeletten im Rahmen unserer Kolumne „Wertanlage“ in Szene setzen. Auch die in Rom lebende Mafalda von Hessen, ihres Zeichens Modedesignerin und ehemalige Muse von Signore Giorgio Armani, kommt in unserer Zeitschrift vor.

Auf Charlène Lynette Grimaldi, Fürstin Charlène von Monaco, schielen wir allerdings auch immer mal wieder, immerhin hat die in Südafrika aufgewachsene ehemalige Profischwimmerin den Prinzessinnen des Monarchielosen Deutschlands einiges voraus: Als Frau von Fürst Albert II ist sie tatsächlich die erste Dame des Fürstentums Monaco, ihre Erscheinung deshalb primär den Regeln des „Hofes“ unterworfen, nicht nur ihrem individuellem Geschmack. Charlènes Körper ist seit ihrer Heirat eben kein persönlicher mehr, sondern ein politischer – das steigert unsere Neugierde auf die brisanten „Fürstenfummel“ ungemein. Außerdem gab es schließlich mal Grace Kelly als First Lady.

Was eine gehobene Aufmerksamkeit für öffentliche Outfits aus Styling-Sicht bedeutet, fasst niemand treffender zusammen als Julia von Böhm in unserer aktuellen Ausgabe: „Ein Model ist wie eine weiße Leinwand“, sagt die persönliche Stylistin von Nicole Kidman, „eine Schauspielerin hat schon eine Farbe – da muss man viel sensibler vorgehen, ein wenig drübermalen kann man dennoch.“ Eine amtierende Adelsdame einzukleiden, käme demnach dem Ausfüllen eines komplexen Malbuches gleich: sanft muss aufgepasst werden, vorgegebene formale Grenzen nicht zu überschreiten. Und doch kann man innerhalb dieses Rahmens seiner Kreativität durch Farben oder Formen freien Lauf lassen. Dennoch bewegt sich ein Designer dabei stets auf schmalem Grad zwischen modischem Ausdruck und politischer Intention; ein Blaublüterin in falschem Kleid ist mehr als ein modischer Fauxpas, sondern tatsächlich ein bedeutungvolles Statement.

Aktuell schafft den Spagat keiner schöner als Akris-Designer Albert Kriemler. Mit Frau Grimaldi verbindet den Schweizer Designer eine langjährige Freundschaft, seine Kleider, die bei aller akribischen Akkuratesse immer auf der Höhe der Zeit tangieren, trägt die Fürstin gern – übrigens war sie auch schon vor ihrer Heirat ein eingefleischter Akris-Fan. Obwohl sie nicht ausschließlich vom Schweizer eingekleidet wird, denn auch Dior, Louis Vuitton oder Armani buhlen um sie, kommt die Gräfin zu einer Vielzahl offizieller Veranstaltungen in Stücken des Designers und sieht nie besser aus, als wenn Kriemlers Hände mit ihm Spiel waren.

Kleider aus der Formel1-inspirierten Kollektion
Kleider aus der Formel1-inspirierten Kollektion

So erschien die selbstbewusste Blonde etwa zur Verlobungsverkündigung in Akris, zur offiziellen Vorführung ihrer Zwillinge Gabriella Therese Marie und Jacques Honoré Rainier im Januar 2015 in einem eigens für diesen Anlass von Kriemler gestalteten schneeweißen Double-Face-Mantel aus Kaschmir und passendem Shiftkleid aus Jersey. Und zum monegassischen Nationalfeiertag am 19. November in einem cassisfarbenen Mantelkleid zu gleichfarbigen Wildlederhandschuhen und gekrönt von einem opulentem Topfhut. Alles sitzt immer. Kriemler selbst ist aktuell ohnehin dabei aus seiner eminence grise-Rolle herauszutreten, selbst das Wall Street Journal Magazine feiert ihn in der neuen Ausgabe.

Kaum verwunderlich, dass die mondäne Monegassin mit ihrer Liebe für Schweizer Luxusmode auch von der Mode- und Medienwelt beachtet wird: Wenn wir von Achtung Mode schon genau hinschauen, ist es eigentlich klar, dass die Promipresse Charlènes Garderobe – wie auch die ihrer Kolleginnen aus Schweden oder Großbritannien – mit besonders scharfen Argusaugen observiert. Neben regelmäßigen Auftritten in den Klatschspalten findet sie aber auch in internationalen Kreisen Anklang: 2013 lachte Charlène beispielsweise vom Cover der Vogue Japan – in Akris, natürlich – und während der Modewoche in Paris ist der Fürstin auf der Schweizer Schau stets ein Platz in der ersten Reihe gesichert. Kriemler profitiert dadurch mehrfach: einerseits durch super Publicity, andererseits hat er hat sich sogar für eine seiner Kollektionen vom Formel 1-Rennen inspirieren lassen und seine Signature-Fotoprints nach Rennwagen gestaltet.