Stephan Schneider fotografiert von Frederike Helwig für Achtung Mode Nr. 1.

A50 Persönlich: Stephan Schneider, unsere Nummer 35 auf der A50 Liste.

„Tapferes Schneiderlein“ ist nicht nur ein banales, sondern auch falsches Etikett für diesen Designer. Wer aus Duisburg kommt, in Antwerpen studiert hat und seit über 25 Jahren sein Label führt, ist nicht tapfer, sondern schlichtweg verdammt gut. In Deutschland kriegen das nach wie vor nur die Wenigsten mit, der Anteil am Gesamtumsatz ist in seiner alten Heimat verschwindend gering. Dafür liegt er in Japan bei gut 40 Prozent. Die Kunden dort lieben seine einzigartigen Materialien – die meisten seiner Stoffe entwirft der Wahl-Antwerpener nämlich selbst.

A50 Persönlich sind 50 gute Fragen an die Nominierten unserer A50 Liste der wichtigsten Deutschen in der Mode 2019. 

1. Wo fühlen Sie sich Zuhause?
Im früheren Haus meiner Oma in der Eifel.

2. Mögen Sie ihren Namen?
Am liebsten mit ph” geschrieben.

3. Ihr bestes Arbeitsoutfit?
Die Sportsachen vom Morgen einfach den ganzen Tag anlassen.

4. Sind Sie pünktlich?
Je älter ich werde, desto pünktlicher.

5. Ihr letzter Urlaub?
Tucson, Arizona: Die Wüste ist der neue Strand.

6. Wovor fürchten Sie sich?
Wespen.

7. Was möchten Sie noch erreichen? Wovon träumen Sie?
Von meiner Arbeit mehr genießen zu können.

8. Haben Sie studiert? Wenn ja was?
Hier an der Akademie in Antwerpen. Ich bin ein diplomierter Modeschöpfer!

9. Ihr erster Job?
Nach dem Abschluss sofort bei Stephan Schneider als Junior Assistant Designer angefangen.

10. Schlimmster Job den Sie je hatten?
Geschäftsführer meiner Firma.

Stephan Schneider fotografiert von Gregor Hohenberg für Achtung Mode Nr. 4.

11. Was mögen Sie an Ihrem Job?
Die Vielseitigkeit.

12. Größte Stärke?
Dass ich keine habe.

13. Größte Schwäche?
Dass ich keine habe.

14. Ohne welche App können Sie nicht mehr leben?
Ich besitze keine einzige.

15. Welches Bild ziert ihren Bildschirmschoner?
Die Figuren vom Bleigießen Silvester 2018.

16. Wertvollster Besitz?
Besitz heißt Verantwortung. Ich probiere so wenig wie möglich zu besitzen.

17. Was liegt neben Ihrem Bett?
Die Fernbedienung vom Fernseher.

18. Wann haben Sie das letzte Mal geweint?
Zum Tod von Patentante Hilde.

19. Und zu Tränen gelacht?
Beim Dinner mit Steven Sabeanie, den es eigentlich nicht gibt… lange Geschichte.

Stephan Schneider is big in Japan.

20. Das meist überschätzte Produkt?
Der Grill.

21. Persönliche guilty pleasures?
RTL2.

22. Welche Serie zuletzt geguckt?
Die Kardashians.

23. Welches Auto fahren Sie?
Saab.

24. Was wollten Sie (als Kind) eigentlich werden?
Tierarzt.

25. In welcher Dekade wären Sie stilistisch am besten aufgehoben?
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

26. Ihre Meinung: Deutschland und die Mode?
Wahre Mode gehört in die Nische, Deutschland hat Nischen!

27. Ein Satz, der Sie geprägt hat?
Qualität ist die Summe von Kontinuität und Passion.

28. Ihr bisheriges Karriere-Highlight?
Die Winterkollektion 11/12 hat mir 14 neue Kunden gebracht.

29. Karriere-Low?
Sommer 2006.

Kariertes Hemd von Stephan Schneider, fotografiert von Eva Baales für Achtung Mode Nr. 33.

30. Wie viele Leute arbeiten für Sie?
Wir sind neun im Team.

31. Wie groß ist ihr Büro?
Mit dem Atelier zusammen 110m².

32. Pflanzen im Büro?
Niemals, nur einen Fisch.

33. Was schätzen Sie an sich selbst?
Meine Geduld.

34. Ihr letzter (wertvoller) Gedanke?
Wieviele Kurzarmhemden braucht die Sommer 20 Herrenkollektion?

35. Ihr liebstes deutsches Wort?
Beliebigkeit.

36. Tanzen Sie?
Gerne, weiß aber nicht wo.

37. Ihr Duft?
Le Labo The noir.

38. Ihre erste Schallplatte?
Boney M. Mary’s Boy Child.

39. Was halten Sie von der großen Liebe?
Ich habe Sie!

40. Ihr Lieblingsfrauenname?
Katja.

41. Ihr Lieblingsmännername?
Felix.

Dunkelblaue Jacke von Stephan Schneider, fotografiert von Lottermann Fuentes für Achtung Mode Nr. 37.

42. Der Held ihrer Kindheit?
Alles von der Augsburger Puppenkiste.

43. Die Namen ihrer Eltern?
Helga und Willi.

44. Was machen diese beruflich? / Was haben diese beruflich gemacht?
Mein Vater war Lebensmittelchemiker und meine Mutter Friseurmeisterin.

45. Ihr Geburtsort?
Duisburg.

46. Wo wohnen Sie jetzt und warum?
In Antwerpen, hier studiert und sofort mein Label gegründet.

47. Auf was sind Sie besonders stolz?
Beruflich unabhängig zu sein.

48. Was ist Ihnen peinlich?
Meine Stimme zu hören, wenn ich flämisch spreche.

49. Haben Sie Familie?
Meinen Freund.

50. Was wollen Sie unbedingt noch lernen?
Französisch.