Christina Ahlers (links) ist CEO und Yolanda Zobel (rechts) Artistic Director bei dem französischen Label Courrèges.

A50 Persönlich: Christina Ahlers und Yolanda Zobel, unsere Nummer 26 auf der A50 Liste

Okay, Ahlers & Zobel sind vielleicht noch nicht the German Duff y & Jacobs oder Bergé & Saint Laurent, aber ein deutsches, weibliches Duo aus Geschäftssinn und Kreation bei einem französischen Label – das ist einmalig in der Branche. Christina Ahlers war über zehn Jahre bei Acne Studios bevor sie Anfang 2018 CEO bei Courrèges wurde, kurz danach kam Zobel als Designerin dazu, die vorher – Überraschung – ebenfalls bei Acne angestellt war. Zusammen sollen sie die Marke wieder aufpolieren. Kein einfacher Job. Es schadet also nicht, wenn man perfekt aufeinander eingespielt ist

A50 Persönlich sind 50 gute Fragen an die Nominierten unserer A50 Liste der wichtigsten Deutschen in der Mode 2019.

1. Wo fühlen Sie sich Zuhause?

Christina Ahlers: Dort wo meine Freunde sind.

Yolanda Zobel: Wo mein Herz ist.

2. Mögen Sie ihren Namen?

CA: Er ist eigentlich eine Last-Minute-Solution. Meine Eltern waren überzeugt, dass ich ein Junge werden würde und Christian heiße. Angesichts der Tatsache, dass es nicht wie geplant lief, wurde er kurzfristig in Christina umgewandelt. Ich finde es praktisch, dass er in vielen Ländern existiert und auch ausgesprochen werden kann. Bei einer internationalen Tätigkeit ist das wichtiger als man denkt.

YZ: Ja!

3. Ihr bestes Arbeitsoutfit?

CA: Ein Hosenanzug kombiniert mit Turnschuhen.

YZ: In weiß.

4. Sind Sie pünktlich?

CA: Es gibt Platz für Verbesserungen.

YZ: Fast.

5. Ihr letzter Urlaub?

CA: Ich mag low-key Urlaube – im Einklang mit der Natur, neue Kulturen kennen lernen, einfache Unterkünfte ohne grossen technischen Schnickschnack. Und das Meer ist ein Must – der Duft, das Meeresrauschen, Wellenbaden. Letzter Urlaub war Mexiko.

YZ: Napoli.

6. Wovor fürchten Sie sich?

CA: Ignoranz.

YZ: Vor Brutalität.

7. Was möchten Sie noch erreichen? Wovon träumen Sie?

CA: Erfolg für das Projekt Courrèges – dass die Marke wieder genauso geschätzt und geliebt wird wie in den 60ern.

YZ: Weiterhin das zu tun, was ich mache und immer besser darin zu werden.

8. Haben Sie studiert? Wenn ja was?

CA: Jura mit Ausrichtung Strafrecht. Der große Wunsch, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Seit vielen Jahren lebe ich diesen Wunsch über die Mode aus.

YZ: Ich habe in Berlin Mode studiert.

Links: Jacke im Motorbike-Stil aus Vinyl von Courrèges fotografiert von Toyohide Kanda für Achtung Digital.

9. Ihr erster Job?

CA: Himbeerpflücken im Alten Land. Ich glaube, es war der Alptraum für meine Mutter, die dafür jeden Morgen um 05.00 Uhr aufstehen musste, um mich und meinen Bruder zum Pflückplatz zu fahren.

YZ: Shop Assistant.

10. Schlimmster Job den Sie je hatten? 

CA: Alle meine Jobs waren spannend auf ihre Weise.

YZ: In der Großküche eines Sterne-Restaurants als Tellerwäscherin.

11. Was mögen Sie an Ihrem Job?

CA: Die 360 Grad Vision und die Vorstellung, dass alles möglich ist.

YZ: Die konstante Herausforderung und durch Schönheit Kraft zu geben.

12. Größte Stärke?

CA: Neugierde, Wagemut.

YZ: Furchtlosigkeit.

13. Größte Schwäche?

CA: Ich kann manchmal etwas dickköpfig sein.

YZ: Wie Hanna Schygulla einst sagte: „Ich denke diese Frage ist primitiv.“

14. Ohne welche App können Sie nicht mehr leben? 

CA: Mindbody.

YZ: WhatsApp.

15. Welches Bild ziert ihren Bildschirmschoner?

CA: Ein Sock-Monkey von einer Ausstellungseinladung von Corso Como von vor vielen Jahren.

YZ: Changing.

16. Wertvollster Besitz?

CA: Gesundheit.

YZ: Der Schmuck meines Vaters.

17. Was liegt neben Ihrem Bett?

CA: Ganz viele Bücher.

YZ: Mein Engel.

18. Wann haben Sie das letzte Mal geweint?

CA: Als ich mir den Film Hatchiko angeschaut habe.

YZ: Heute Morgen.

Kleid und Schuhe von Courrèges fotografiert von Eva Baales in Köln für Achtung Mode Nr. 37.

19. Und zu Tränen gelacht?

CA: Als ich in Japan in einer öffentlichen Toilette Wasser aus dem Wasserhahn getrunken habe und der automatische Seifenspender mir eine nussgrosse Seifenschaumportion auf die Stirn gesprüht hat.

YZ: Oft.

20. Das meist überschätzte Produkt?

CA: Kaviar.

YZ: Der Pass.

21. Persönliche guilty pleasures?

CA: No guilt, only pleasures.

YZ: Wenn pleasures guilty wären, dann wäre ich vollkommen guilty.

22. Welche Serie zuletzt geguckt?

CA: House of Cards.

YZ: Stranger Things.

23. Welches Auto fahren Sie?

CA: Habe kein Auto. Ich mag öffentliche Verkehrsmittel – jedes Mal ist es eine kleine kulturelle Reise. Und wenn es mal nicht anders geht: Taxi und Uber.

YZ: Mercedes Benz.

24. Was wollten Sie (als Kind) eigentlich werden?

CA: Erfinderin.

YZ: Das, was ich geworden bin.

25. In welcher Dekade wären Sie stilistisch am besten aufgehoben?

CA: Heute – da mixt man alle Dekaden.

YZ: 70er.

26. Ihre Meinung: Deutschland und die Mode?

CA: Unterschätzt. Es gibt so viele talentierte und inspirierende Deutsche in jedem Bereich der Branche – Einkäufer, Journalisten, Boutiquebesitzer, Designer, Verkäufer.

YZ: In progress.

27. Ein Satz, der Sie geprägt hat?

CA: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ – Der kleine Prinz von Saint-Exupéry.

YZ: Sage deine Meinung nur, wenn sie gefragt ist.

Links: Kleid von Courrèges fotografiert von Michael Ullrich in Athen für Achtung Mode Nr. 38.

28. Ihr bisheriges Karriere-Highlight?

CA: Ich habe alle Projekte und die damit verbundenen Herausforderungen genossen und tue es weiterhin.

YZ: Caretaking at Courrèges.

29. Karriere-Low?

CA: Es ist eine Frage des Mindsets – Highs und Lows kommen als Package.

YZ: Kein Highlight ohne Low.

30. Wie viele Leute arbeiten für Sie?

CA: 75.

YZ: Viele, allerdings glaube ich an Zusammenarbeiten und nicht an für jemanden arbeiten.

31. Wie groß ist ihr Büro?

CA: 20 x 30 cm – mein Computer.

YZ: Überall.

32. Pflanzen im Büro?

CA: Versuche es immer wieder – der grüne Finger ist leider nicht eine meiner Stärken.

YZ: Blumen.

33. Was schätzen Sie an sich selbst?

CA: Meinen 7. Sinn.

YZ: Im Jetzt zu leben.

34. Ihr letzter (wertvoller) Gedanke?

CA: Die Frage: Macht mich das glücklich?

YZ: Not to worry.

35. Ihr liebstes deutsches Wort?

CA: Abenteuer.

YZ: Zeitgeist.

Die Courrèges Fall/Winter 2019 Show in Paris.

36. Tanzen Sie?

CA: Eine meiner großen Leidenschaften.

YZ: Sehr.

37. Ihr Duft?

CA: Monocle Scent One, Hinoki von Comme des Garçons.

YZ: Mens’ Eau de Toilette.

38. Ihre erste Schallplatte?

CA: The Cure.

YZ: Bauhaus.

39. Was halten Sie von der großen Liebe?

CA: Warum im Singular sprechen?

YZ: Ich glaube an sie.

40. Ihr Lieblingsfrauenname?

CA: Mir fallen nur die ein, die mir nicht gefallen.

YZ: Maria.

41. Ihr Lieblingsmännername?

CA: Tim.

YZ: Alle.

Designerin Yolanda Zobel bei der Courrèges Fall/Winter Show 2019.

42. Der Held ihrer Kindheit?

CA: Pippi Langstrumpf.

YZ: Mein Papa.

43. Die Namen ihrer Eltern?

CA: Heike und Hans Peter.

YZ: Annick und Michael.

44. Was machen diese beruflich? / Was haben diese beruflich gemacht?

CA: Beide waren Manager mit verschiedenen Schwerpunkten. Mein Vater hatte eine PR Agentur. Meine Mutter hat die Familie gemanaged, meinem Vater den Rücken freigehalten und mit ihm in der Agentur gearbeitet.

YZ: Mama: Muse zu sein, Papa: Golschmied.

45. Ihr Geburtsort?

CA: Hamburg.

YZ: Bodensee.

46. Wo wohnen Sie jetzt und warum?

CA: Paris – der Freunde und der Arbeit wegen.

YZ: In Paris und Berlin mit Courrèges.

47. Auf was sind Sie besonders stolz? 

CA: Immer meinen Leidenschaften gefolgt zu sein.

YZ: Auf meine Freunde.

48. Was ist Ihnen peinlich?

CA: Dass ich selbst nach so vielen Jahren, die ich in Paris lebe, immer noch Grammatikfehler im Französischen mache.

YZ: Immer noch take-away Coffee zu nehmen.

49. Haben Sie Familie?

CA: Das kommt auf die Definition von Familie an

YZ: Ja.

50. Was wollen Sie unbedingt noch lernen?

CA: Japanisch.

YZ: Lap Dancing.