Johanna Kühl und Alexandra Roehler fotografiert von Dirk Spath für She’s Mercedes.

A20 Berlin Persönlich: Die Designerinnen Alexandra Roehler und Johanna Kühl

Berlin, das stand für den Technolook der 90er, aber Alexandra Roehler und Johanna Kühl sehnten sich nach Luxus und Schönheit. Also gründeten sie ein eigenes Luxuslabel „made in Germany“: Kaviar Gauche. Nach einer Guerilla Modenschau zur Pariser Fashion Week 2004, haben sie ihre Nische mit der Hochzeits-Linie „Bridal Couture“ gefunden. Schnell sind sie in die Riege der Brands aufgestiegen, die ihre Entwürfe in Paris und London zeigen. Berlin haben sie trotzdem nie aufgegeben: Alle Brautkleider werden im Berliner Atelier von Hand gefertigt.

A20 sind 20 persönliche und mal mehr, mal weniger modische Fragen an Talente aus unserer Heimatstadt Berlin. 

1. Wo wohnst Du?

Alexandra Roehler: Berlin-Mitte.

Johanna Kühl: Berlin-Kreuzberg.

2. Seit wann bist Du in Berlin und woher kamst Du? 

AR: Seit mehr als 20 Jahren, aus dem Süden, München.

JK: Seit fast 20 Jahren, aus dem Norden, Stockholm.

3. Wo möchtest Du mal hin?

AR: Ans Mittelmeer.

JK: Zwischen zwei Orten pendeln.

4. Wie groß ist Dein Atelier/Dein Büro?

AR: 260 Quadratmeter.

JK: Zweimal 130 Quadratmeter, auf zwei Etagen.

5. Wie groß ist Dein Team? 

AR & JK:
Circa 30 Mitarbeiter.

Die Guerilla Modenschau zu Pariser Fashion Week in 2004, die das Label bekannt machte, fand direkt vor dem ehemaligen Concept Store Colette statt. Jetzt zeigen sie im Hôtel Le Marois France Amériques neben dem Grand Palais.

6. Was würdest Du machen, wenn es nicht Modedesign wäre?

AR: Etwas anderes Sinnvolles.

JK:  Etwas Gestalterisches.

7. Dein Lieblingsbezirk? Warum?

AR: Charlottenburg. Ich mag den Ku’damm und das KaDeWe.

JK: Mitte, Kreuzberg und Charlottenburg. Die Mischung macht es perfekt.

8. Dein bester Berliner Geheimtipp?

AR: Paris Bar.

JK: Haus am Waldsee.

9. Wonach riecht Berlin? 

AR:
Nach From Kaviar Gauche with Love.

JK:
 Nach einem Mix aus Parfüm und Ehrlichkeit.

10. Was können die Berliner in Sachen Mode? 

AR:
Improvisieren.

JK:
Inspirieren.

Die beiden Designerinnen starteten mit Ready-to-Wear-Kollektionen, erst fünf Jahre später entdeckten sie ihre Nische in der Brautmode.

11. Und was nicht?

AR: Si
e können sehr viel…

JK:
… nur nicht auf eine lange Tradition zurückblicken.

12. Wo siehst Du die Berliner Modeszene in 10 Jahren?

AR: G
ute Frage, nächste Frage. 

JK:
Ähnlich wie jetzt, dazu wird es bestimmt noch zwei bis drei weitere erfolgreiche Labels geben, die sich etablieren werden.

13. Welche Farbe hat Dein Kleiderschrank? 

AR: 
Schwarz und Weiss.

JK: 
Weiss und Schwarz. 

14. Welche Screentime hat Dein Smartphone? 

AR:
 Vier Stunden und 18 Minuten.

JK:
Schaue ich lieber nicht.

15. Ein Trend dem Du nie folgen würdest? 

AR:
Fast Fashion.

JK:
Dauerwelle.

16. Ein Trend, dem Du gerade folgst? 

AR:
Made in Germany.

JK:
Slow Fashion.

Kaviar Gauche bietet nicht nur Mode für Bräute, sondern auch für die Gäste der Hochzeiten.

17. Was möchtest Du noch erreichen? 

AR:
Achtsamer zu leben.

JK: No
ch einiges, vor allem aber genug Zeit für die Familie zu haben. 

18. Was entschleunigt Dich? 

AR:
Klassische Musik.

JK:
Yoga.

19. Wenn Berlin ein Kleidungsstück wäre, dann 

AR:
Ein graues Männersakko…

JK:
und dazu ein seidiges, luftiges Kaviar Gauche Kleid.

20. Warum immer noch Berlin? 

AR: Aus praktischen Gründen.


JK: Weil es mir hier gefällt und nie langweilig wird.