Als Inspiration diente dem Berliner Fotografen und Stylistin Tanja Becker der italienische Spielfilm „Stromboli“ von Regisseur Roberto Rossellini aus dem Jahre 1949. Im Nachkriegsdrama mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle spielt die Kargheit der Äolischen Vulkaninsel im Norden von Sizilien eine bedeutende Rolle. Diese Schroffheit – das ebenfalls karge Gemüt von Lanzarote – mit  schwarzem Lavagestein, unfruchtbarer Erde, dem sogenannten „mal país“, vereinzelten Vegetationen von Kakteen und dem glasklaren Wasser des Meeres nutzte auch Musiol, um seinen Blick auf die Einzelheiten zu verschärfen und seine eigene Geschichte zu visualisieren.

© Fotografie von Christoph Musiol

Szenisch fängt Musiol Momente von naturbelassener Intimität in cineastischer Manier ein. Das Zusammenspiel von gleißendem Licht, Gegenlicht und tiefen Schatten lassen die Aufnahmen hyperreal erscheinen. Das Nichtvorhandensein von jeglicher Ablenkung, von Flora und Fauna, machte sich das Team künstlerisch zu eigen. Mit einem Spiegel als artifizielles Stilelement griff die Produktion ein, um einen Bruch zu erzeugen. Das Ziel: die Verdoppelung des Geschehens, das Eröffnen einer zweiten Bild-Ebene. Ob schwarze Strände, die von den schäumenden Wellen nass und reflektierend hinterlassen werden, Steine, die im Sonnenlicht wirken wie glühendes Teer oder die melancholischen und sinnlichen Porträts der Models – das Zusammenwirken aller Elemente lässt ein nostalgisches Gefühl einer uns allen bekannten Sommeridylle in uns aufsteigen.

© Fotografie von Christoph Musiol

 

FOTOGRAFIE Christoph Musiol
MODEREDAKTION Tanja Becker
Haare; Make-up: Bert Kietzerow, Jamal Musa
Models: Caitlin L. / ICE Models; Kayla C. / FANJAM Model Management