Gerade einmal zwei Jahre ist es her, dass der gebürtige Hannoveraner mit Wurzeln aus China sein gleichnamiges Label ins Leben gerufen hat: William Fan. Damals ein ereignisreiches Jahr für die deutsche Mode. Gleich zwei ihrer wichtigsten Förderer, der German Fashion Council und der Berliner Mode Salon, feierten im selben Jahr Geburtsstunde. Eine gute Zeit also, um ein noch junges Modelabel zu etablieren.

Mit seinem modernen Konzept von Unisex-Mode trifft William Fan den Nerv der Zeit, ist mit seinem Label sowohl Mentee des German Fashion Council unter Christiane Arp als auch im Berliner Mode Salon vertreten. Während er noch vor kurzem seine aktuelle Herbst-Winter-Kollektion auf dem International Fashion Showcase in London präsentierte, ist Fan jetzt mit einem Showroom auf der Pariser Modewoche dabei. Achtung Digital hat mit ihm gesprochen.

William Fan
Der Hannoveraner Fan gilt als Hoffnungsträger deutscher Mode

William Fan — Wofür stehen die zwei Wörter?
„William“ steht in gewisser Weise für meine europäische Seite. „Fan“ ist der chinesische Familienname meines Vaters. Mein Name ist ausschlaggebend für beide Welten, die meine Firma widerspiegelt.

Deine erste Kollektion hast du vor zwei Jahren im Rahmen der Berliner Modewoche präsentiert. In der Hauptstadt giltst du als „Hoffnungsträger“ jungen Modedesigns. Warum ist das deiner Meinung nach so?
Erst einmal fühle ich mich sehr geehrt, dass mir dieser Titel zugesprochen wird. Ich bin immer wieder überrascht über das positive Feedback von Einkäufern und Presse. Eigentlich folge ich nur meiner Intuition und verlasse mich stets auf mein Bauchgefühl. Vielleicht ist in genau diesem Moment einfach der richtige Zeitpunkt für meinen Stil und meinen persönlichen Umgang mit Mode.

Was machst du anders als andere Jungdesigner?
Tatsächlich habe ich keine Angst vor großen Ideen und Konzepten. Nach der Modenschau im letzten Sommer eine See-Now-Buy-Now-Aktion anzubieten, war in gewisser Weise riskant, aber ich habe mich mutig genug gefühlt. Generell ist es mir für meine Marke immer wichtig, auch über den Tellerrand der Mode hinauszuschauen.

Du bist Mentee des Fashion Council Germany. Was bedeutet das konkret?
Es bedeutet einerseits, dass ich durch meine Mentoren einen enormen Zugriff auf Branchen-Fachwissen erlange. Andererseits habe ich die Möglichkeit, meine noch junge Firma vorzustellen, Fragen zu besprechen und meine Schwächen zu durchleuchten. Mein Unternehmen profitiert wirklich sehr von dem Mentorenprogramm.

In deinen Augen: Wie wichtig sind überhaupt landesweite Initiativen wie das GFC?
Der German Fashion Council ist meiner Meinung nach eine der wichtigsten Initiativen, die sich in den letzten zwei Jahren gebildet haben, und eine große Hilfe für uns Jungdesigner. Ohne diese Unterstützung wäre ich nicht da, wo ich heute stehe.

William Fan ist stilistisch nicht an einen Ort gebunden und genau das ist unser Vorteil.

Du hast erst kürzlich in London im Rahmen des International Fashion Showcase (IFS) zusammen mit anderen internationalen Jungdesignern deine Mode gezeigt. Was hast du dir davon erhofft?
Ich habe mir vor allem erhofft, internationale Presse und Einkäufer kennenzulernen. Außerdem einen inspirierenden Austausch mit jungen Kollegen aus insgesamt 27 Nationen.

Aus anderen Ländern kommen viele starke Talente. Wie bewertest du als Berliner deine Chance, in der internationalen Modeszene Fuß zu fassen?
Ich bin sehr optimistisch, dass sich William Fan international positionieren kann. Das Konzept meiner Marke lässt sich meiner Meinung nach nicht kategorisch einordnen, sondern ist international anwendbar. William Fan ist stilistisch nicht an einen Ort gebunden und genau das ist unser Vorteil.

William Fan, wo geht die Reise hin?
Nach meinem Aufenthalt in London habe ich mich mit meinem Team auf die Paris Fashion Week vorbereitet. Dort haben wir einen privaten Showroom und begrüßen internationale Kunden, um uns als junge Marke in Paris zu etablieren.

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