Malaika Raiss schneidert seit 2010 Kleider für Frauen, wie sie sie sieht: stark, selbstbewusst und frei. Mit ihrem gleichnamigen Label will die Berliner Designerin nicht verkleiden, sondern Mode entwerfen, die aus ihrer Trägerin das Bestmögliche heraus kitzelt. Ohne dabei die romantische Seite der Weiblichkeit zu negieren. Mit Achtung Digital sprach die Wahlberlinerin über ihre neue Kollektion „Non Conformism“, die sie im Rahmen der Berliner Modewoche im Kronprinzenpalais präsentierte.

Achtung Digital: „Non Conformism“ ist Deine mittlerweile 13. Kollektion. Glaubt man der bloßen Herkunft des Wortes, bewegt sie sich also irgendwo fernab der herkömmlichen Etikette. Was bedeutet das für Deine Mode?

Malaika Raiss: Es geht mir in meiner Arbeit darum, eine kontinuierliche Story zu erzählen. Ich will Kollektionen entwerfen, die nicht pro Saison nur einem strikten Inspirationsthema folgen oder einem flüchtigen Trend hinterher jagen. Am Anfang ist alles ein riesiges Puzzle an Ideen, die hin und her gewälzt oder auch wieder verworfen werden. All das festigt sich mit der Zeit und wächst langsam zu einem Gerüst zusammen. Ich mache sehr viele Skizzen, arbeite zunächst vor allem an Volumen und Silhouetten. Erst dann beschäftige ich mich detailliert mit den Farben und Materialien.

Starke Frauen waren schon immer eine Deiner größten Inspirationsquellen. Nun widmest Du ihnen eine ganze Kollektion.

Ich würde nicht unbedingt sagen, dass das Frauenthema die alleinige Basis der Kollektionsidee ist, sondern vielmehr die Grundlage meiner gesamten Arbeit als Designerin. Die Kollektion „Non Conformism“ ist stark vom aktuellen Weltgeschehen beeinflusst. Ihre Grundpfeiler sind eine Art Melancholie und der Willen, sich dieser gleichzeitig zu widersetzen.

Melancholisch verschwommen präsentiert sich ein schwarz-rot durchsetzter Mohnblumenprint auf den Kleidern der neuen Malaikaraiss Herbst/Winter 2017-Kollektion

Wie schlägt sich das in der Kleidung nieder?

Über die Looks. Sie sind beinahe wie Schutzhüllen, fungieren als eine Art Rüstung. Außerdem zeige ich starke Einzelteile, die von der Trägerin ganz individuell zu eigenen, völlig neuen Outfits und Silhouetten kombiniert werden können. Dadurch bekommen sie gleichsam einen unkonventionellen Spirit. Diesen Gedanken finde ich unheimlich spannend und zeitgemäß. Der rote Faden in dieser Saison ist passend dazu ein verschwommener, melancholischer Mohnblumenprint. Er löst sich fast unmerklich in verschiedene Unifarbtöne von Rot bis Mahagoni auf.

Wie setzt Du den Nonkonformismus stofflich um?

Mit deutlichen Kontrasten. Zum Beispiel mit feinster Menswear-Anzugswolle in einem lauten Neonpink, perforiertem Leder, Merino-Strick und Plissee.

Du bist mittlerweile ja schon fast ein alter Hase auf der Berliner Modewoche, verkaufst international. Wo führt es Dich mit Malaikaraiss noch hin?

Ich möchte Malaikaraiss als Marke weiter internationalisieren. Im Februar werden wir deshalb auch erstmalig auf der Kopenhagen Fashion Week im Rahmen des „The Jewellery Room“, einer unglaublich gut kuratierten Plattform, als eine der ersten deutschen Marken unsere Schmucklinie präsentieren. Ich bin schon sehr aufgeregt.