Weil wir glauben, dass guter Geschmack sich nicht nur in Sachen Kleidern äußert, bitten wir seit Achtung Ausgabe Eins Keyplayer der Modewelt, für uns ihr Leibgericht zu kochen. Wir zeigen, was die Fashion-Branche wirklich isst.

Lange Zeit galt Wien als Refugium der Nostalgie, die letzte Zuflucht hoffnungsloser, Vergangenheitsssüchtiger Kulturmenschen. Das lag unter anderem daran, dass hier Traditionen und Manufakturen überlebten, die nicht nur in Deutschland fast schon ausgestorben sind. Seit einiger Zeit aber ist das gesamte Handwerk vom Schneider bis zum Schuster auch für den Rest der Welt wieder interessant.

Klaus Mühlbauer ist einer von ihnen. Seit 2001 leitet er in vierter Generation das Hutmachergeschäft einer Familie in der Seilgasse 10, entwirft mit Schwester Marlies wunderbar zeitlose Schiebermützen oder Seidenturbane – und beweist all jenen, die schone einer formlosen Zukunft entgegensehen, in der wir anstatt an den Hut nur noch auf unser  Handy tippen, das Gegenteil. Im besten Sinne unprätentiös und getrieben von jungen Unternehmergeist, geht es Mühlbauer darum, ein intimes Verhältnis zum Produkt aufzubauen – als Hersteller wie als Konsument.

Ein Grund, warum er vis-à-vis des familiären Traditionsbetriebes ein feines odegschäft eröffnete, in dem es wie bei den mühlbauerischen Hüten nicht um offensichtliche Trendhascherei geht. Im Angebot: Kleidungsstücke und Accessoires von Aquascutum, Schiesser, Revival und Florian Ladstätter, die nicht schon nach einer Saison dem Tode geweiht sind. Aufatmen: So bringt man etwa sehr Ruhe in den Modezirkus und schafft neue Klassiker. Wie die “Penne Bolognese” mit frischen Gewürzen, die Mühlbauer für uns in seiner Wiener Wohnung kochte.

Penne Bolognese für 4 Personen

  • 3/4kg Bio-Rindfaschiertes (Rinderhackfleisch)
  • 2-3 Zwiebeln
  • 5-6 Paradaeiser (Tomaten), alternativ eine Dose geschälte Tomaten
  • eine kleine Dose Tomatenmark
  • frische Gewürze: Rosmarin, Thymian, Oregano, Basilikum
  • Olivenöl
  • Parmesan
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zwiebeln schälen, klein schneiden und in der Pfanne in Olivenöl goldgelb anbraten. Rindfaschiertes dazugeben und braten, bis es schön durch ist. Salzen, pfeffern. Die geschnittenen Paradeiser (alternativ Dosentomaten) dazugeben, untermischen und weichkochen. Tomatenmark hinzufügen, dann die Gewürze. Rosmarin und Thymian ohne Weiteres ordentlich hinzugeben, Oregano und Basilikum nur ein bisschen. Dann gut eine Viertelstunde auf kleiner Flamme garen lassen. Penne im Salzwasser al dente kochen, Nudeln dazu am besten immer wieder kosten und nicht auf die angegebene Minutenzahl vertrauen. Parmesan frisch reiben. Nicht vergessen: einen guten Rotwein zum Essen aussuchen.

Erstmals erschienen in Achtung Mode Ausgabe 23, November 2012.