Wer wie unser Design Director, Anton Ioukhnovets, 1992 als Exilrusse und Taxifahrer in New Yorks Straßen unterwegs war, hat das Leben stets eher in visuellen Episoden wahrgenommen. Einer der Gründe, warum er die subtile Zusammenstellung eines Magazins nicht etwa als bloße Aneinanderreihung von Geschichten sieht, sondern eher mit dem Schneiden eines Kinofilms vergleicht. Sieben Jahre war er Art Director bei der amerikanischen GQ, hat unter anderem für das W Magazin gearbeitet und ist seit Anfang des Jahres Mitglied der Achtung-Redaktion. „Simplizität, mit wenigen Elementen die größtmögliche  Wirkung zu erzielen“, beschreibt er seine Design-Doktrin. Eben wie bei seinem Leibgericht, jener gegrillten Lammschulter, die einfach klingt, aber deren Zubereitung einem lodernden archaischen Akt gleicht.

Gegrillte Lammschulter

Zubereitung:

„Ich mag keine Reglements, weder bei der Arbeit noch beim Kochen. Rezepten strikt zu folgen, liegt mir nicht. Komplizierte Maßangaben, schwierige Zubereitungen, all das langweilt mich leider viel zu schnell. Kochen ist für mich ein kreativer Prozess mit allen Freiheiten. Wie mein Leibgericht: Lammschulter, über dem offenen Feuer gegrillt. Es braucht nicht mehr als eine wunderbar zarte Lammschulter, Salz, frisch gemahlenen Pfeffer, frischen Rosmarin und Thymian sowie Gemüse. Das simpelste Rezept, das ich kenne.

Einfach, rustikal, geradezu primitiv – die ursprünglichste Art der Garung. Ich liebe diesen Moment, wenn sich das Feuer leicht entzündet, man zusehen kann, wie es aufflammt und schließlich das Fleisch umhüllt. Lammschulter war eines der ersten Gerichte, die wir in diesem Haus Upstate New York gekocht haben und es ist wahrscheinlich auch deswegen, als Erinnerungsstück, zu unserem Leibgericht geworden. Das Haus und vor allem die offene Feuerstelle in der Küche hat unsere Art zu kochen, gar zu essen, verändert.

Meine neueste Leidenschaft gilt übrigens der argentinischen Küche, die ist perfekt für den wunderbar archaischen Akt auf meinem Grill.“

 

Erstmals erschienen in Achtung Mode Ausgabe 25, September 2013.

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