Wer in Biologie aufgepasst hat, weiß wie das Leben durch die Linse eines Mikroskops aussieht: Dort tummeln sich winzige Mechanismen und Teilchen, die miteinander vereint ein Gesamtwerk ergeben. Dass man diese Welt des Mikrokosmos auch als Inspiration für zeitgenössische Kunst nehmen kann, zeigt Anicka Yi. Mit ihren aktuellen Werken, die unter dem Titel „Life is Cheap“ gezeigt werden, gewinnt die Südkoreanerin den renommierten Hugo Boss Prize und damit die Möglichkeit ihre Arbeiten im Solomon R. Guggenheim Museum in New York auszustellen. Damit reiht sie sich als elfte Preisträgerin in die Liste der Gewinner ein, zu denen auch der deutsche Künstler Hans-Peter Feldmann gehört.

Anicka Yi. Lifestyle Wars, 2017 Fotografie: David Heald © Solomon R. Guggenheim Foundation
Anicka Yi. Lifestyle Wars, 2017. Fotografie: David Heald © Solomon R. Guggenheim Foundation

Hugo Boss initiierte den Preis bereits im Jahr 1996 mit dem Zweck den Beitrag junger Talente zur zeitgenössischen Kunst zu würdigen. Die Ausstellung „Life is cheap“ ist nun vom 21. April bis 5. Juli 2017 im Solomon R. Guggenheim Museum in New York zu sehen.

In „Life is Cheap“ zeigt Anicka Yi Installationen, die man als digitalisierte Welt auf einem Objektträger bezeichnen könnte. Biologische Faserkonstrukte bilden mit mikroorganischen Formen einen Kontrast zu den technologischen Materialien, wie verspiegeltem Plexiglas und Ethernet-Kabeln. Daraus entstehen Werke, die wie ein riesiger Computerorganismus (Lifestyle Wars) oder eine von Bakterien befallene Skulptur (Force Majeure) wirken. Diese sollen an die Verzweigung der digitalen und physischen Welt erinnern.

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