Am Montagabend fand im ehemaligen Zentrum des römisch-katholischen Reiches, der Hauptstadt Italiens, die – wie passend – nach Jahrtausenden immer noch das Zentrum des katholisch-christlichen Glaubens darstellt, der Launch der diesjährigen Ausstellung des New Yorker Metropolitan Museum of Art statt. Kein Wunder auch. Rom kann, wie keine andere Stadt, das Thema „Heavenly Bodies: Fashion and the Catholic Imagination“ so treffend repräsentieren.

Als im November letzten Jahres das Leitthema vorgestellt wurde, hätte wohl niemand vermutet, dass das Mailänder Label Versace Hauptsponsor sein wird. Trotz Gianni Versaces Erbe, geprägt von (homoerotischem) Sexappeal sowie Lack-, Leder- und Fetisch-Kreationen, unterstützt Donatella Versace das Met bei der Ausstellung. Und der Moment hätte nicht passender sein können, denn gerade erst wieder bewies Donatella mit der Herbst-Winter-Kollektion 2018, dass sie mit Versace nach 20 Jahren im Business immer noch spot on ist. Schon 2017 wurde das italienische Haus so sehr bejubelt, dass die Branche das Jahr zum „Versace-Jahr“ erklärte – wie wird man dann wohl erst nach der Met Gala im Mai, der offiziellen Eröffnung der Ausstellung, über Versace sprechen?

Der Hauptgrund des Presseevents in der ewigen Stadt war auf jeden Fall: das Zusammentreffen von Mode und des Vatikans. Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident des päpstlichen Rats für Kultur, eröffnete dem Met erstmalig die Schätze der jahrtausendealten Institution. Mehr als 40 Leihgaben aus vier Jahrhunderten werden dem Metropoliten Museum of Art für seine Exposition zur Verfügung gestellt. Designer wie Pierpaolo Piccioli von Valentino oder Thom Browne äußerten sich glücklich über das Zusammentreffen beider Institutionen und betonten die Relevanz von Mode seit Anbeginn der katholischen Kirche. Da sag doch einer mal, Mode und Religion passe nicht zusammen!

Das Metropolitan Museum of Art eröffnet am 10. Mai die Ausstellung „Heavenly Bodies: Fashion and the Catholic Imagination“ in New York City, die bis zum 8. Oktober im The Met zu sehen sein wird.