Achtung: Wie groß sind Sie in Zentimetern?
Christiane Arp: 178.
Ihre Schuhgröße?
40.
Ihr Idealgewicht?
Ist das, was ich habe.
Ihre natürliche Haarfarbe?
Ich bin naturblond. Die ersten noch helleren Haare kamen mit 21, in bin seither eigentlich weiß. Was Sie heute sehen, ist also mehr oder minder Natur.
Was muss man beim Friseur sagen, um ihre Frisur zu bekommen?
Es läuft andersherum: Mein Friseur sagt mir, wie ich aussehen soll. Für diesen wunderbaren Mann mache ich gerne eine bisschen Werbung. Es ist der Friseur Armano in Mailand.
Wie viele Paar Schuhe sind es derzeit?
Yeah! Ich habe gerade reduziert, weil ich umgezogen bin. Ich schätze: zweihundert aktive Paare. Plus hundert unaktive Paare. Mein Lieblingspaar, das wollen Sie ja sicher auch wissen, sind im Moment von Céline.
Das interessanteste Produkt in Ihrem Badezimmer?
Mein Duft. Und den sage ich nicht.
Korrekt, dass Ihre große Farbe Weiß ist?
Nein. Ich mag Weiß, weil es wie Licht ist. Aber wahrscheinlich ist meine Lieblingskleiderfarbe ein Schwarz. Ich mag Blauschwarz am liebsten.
Traumberuf Vogue-Chefredakteurin?
Bäuerei. Das war mein Traumberuf, als ich klein war. Es gibt dies liebe zum Land immer noch.
Wie war' bei bei der Amica?
Toll. Es war Aufbruch. Und es war eine neue Form, Zeitschriften zu machen. Die Aufgabe hieß: Mach Modegeschichten, flieg zum Mond. Das hatte vorher noch niemand gesagt.
Wahre Geschichte, dass Sie gelernte Grafikerin sind?
Nein. Studierte Modedesignerin. In Hamburg an der Armgardstraße.
Wahre Geschichte, dass Sie aus der deutschen Provinz stammen?
Ja, aus Niedersachsen, Landkreis Cuxhafen.
Wie fällt Ihr Kurzlob auf die deutsche Provinz aus?
Großartig.
Wie leitet man im Jahr 2012 Redaktionskonferenzen?
Ich mag keine Redaktionskonferenzen. Ich mag kleine Gespräche, weil ich sie für effektiver halte. Die wirklich wichtigen Dinge werden bei mir im Zimmer besprochen.
In wenigen Worten: Worin besteht der Geist der deutschen Vogue?
Frei zu sein.
Was kann Anne Wintour, die Chefin der amerikanischen Vogue, was Sie nicht können?
Ein Heft machen für über 1,2 Millionen Leser.
Kann man sagen, dass die deutsche Vogue, nach der amerikanischen und der italienischen Vogue, die drittwichtigste Vogue auf Erden ist?
Wenn Sie das so denken, würde es mich freuen. Die französische Vogue, immer noch aus dem Zentrum der Mode Paris, ist sicher auch nicht unwichtig. Ich glaube, dass wir unseren Weg gefunden haben, nicht nur rechts und links zu gucken, sondern unseren eigenen Weg zu gehen und dadurch ernst genommen zu werden.
Modehauptstadt München?
Nein.
In maximal zwanzig Worten: Warum ist die Berliner Fashionweek wichtig?
Ich glaube, dass wir in Deutschland ein großes Potential an gutem Design haben. Die jungen Designer brauchen eine Bühne, einen Platz, an dem sie sich ausleben und wir sie wahrnehmen. Deshalb halte ich die Berliner Fashionweek für wichtig.
Der Name eines wichtigen deutschen Modemachers?
Karl Lagerfeld.
Der Name eines deutschen Modemachers, den demnächst viele kennen werden?
Michael Sontag und Réné Storck.
Ein Wahnsinn, dass die Vogue-Redaktion immer noch in München, nicht längst in Berlin ist?
Da gebe ich Ihnen Recht.
Ihre Antwort auf die Leute, die behaupten, dass Luxus 2012 nicht mehr zeitgemäß ist?
Diese Leute irren. Luxus hat notwendigerweise etwas mit viel Geld zu tun.
Spontan, nennen Sie drei Labels, die es bringen!
Augustin Teboul, Vladimir Karaleev, Michael Sontag.
Wie wohnt so eine Vogue-Chefredakteurin?
Die ist gerade umgezogen: in eine Wohnung im Lehel.
Ich hoffe, ich wohne hell und leicht.
Was liest so eine Vogue-Chefredakteurin?
Sie liest, weil sie im Moment so viel zu tun, abends immer gerne Theodor Storm.
Für was danken Sie Andy Warhol?
Für die Kommerzialisierung von Kunst.
Für was danken Sie Karl Lagerfeld?
Für meine größte Inspirationsquelle.
Wie danken Sie Michael Michalsky?
Für den Größenwahn.
Müssen Sie manchmal auch darüber lachen, dass Sie Vogue-Chefredakteurin sind?
Ha. Das ist Freude und Verpflichtung.
Gefühlt, wie lange sind Sie schon Vogue-Chefredakteurin?
Seit zehn Jahren.
Und? Wie lebt es sich so als Legende?
Ich glaube nicht, dass ich eine Legende bin. Ich habe das ganz große Glück, dass ich die Chefin einer Legende bin.
Wie lautet Ihre Frage an den Leser?
Was inspiriert dich?