Stephan Schneider ist einer der wenigen Designer in Deutschland, die ihr Geld tatsächlich mit ihrem Beruf verdienen. Er nimmt die Mode hochernst und verkauft seine Kollektionen trotzdem höchst erfolgreich weltweit. Sein Geheimnis: alles selbst machen – vom Reißverschluss, Futter, Knopf bis zum Stoff. Schneider macht das alles. Dazu hat er einen nüchternen Humor und eine klare Linie für seine Kleidung. Bei ihm gibt es kein überflüssiges Design. Seine Philosophie: konservative Avantgarde, wie er sie selbst gerne beschreibt. Er ist der Mann der wunderschöne Zweiknopfjacketts mit dünnem Revers und verdeckter Knopfleiste richtig cool aussehen lässt. Als er 2007 zum Nachfolger von Vivienne Westwood berufen wurde um an der Universität der Künste die neue Generation der deutschen Modedesigner anzuleiten, war man überrascht. Der Duisburger, der als Klassenbester sein
Modestudium an der renommierten Royal Academy of Arts in Antwerpen ablegte, war zwar in Japan ein Star, in Deutschland allerdings kaum bekannt. Doch nun tut Schneider Berlin richtig gut. Er fordert ein Ende der Nörgelei, denn seiner Ansicht nach hat die deutsche Mode eine positive Wende erlebt und seine ersten Diplomanden machen schon kleine selbstbewusste Wellen. Der richtige Moment um mit Stephan Schneider zu sprechen, der gestern Abend wieder eine große Abschlussmodenschau an der UdK hatte.
Wie geht’s, wie steht’s an der UdK, Stephan?
Dieses Jahr ist der zweite Jahrgang von Studierenden, die ich ab dem ersten Semester betreut habe.
Der letzte Jahrgang, der 2010 Diplom gemacht hat, etabliert sich gerade als Autorendesigner in der Modelandschaft: Janosch Mallwitz und Mads Dinesen haben im April in Hyerès ihre Männerkollektion gezeigt und wollen im Oktober 2011 bzw. Januar 2012 in Paris zeigen. Und Julian Zigerli hat gerade in Paris auf der Rendezvous Messe seine zweite Männerkollektion gezeigt.
Es ist spannend und motivierend bei der Entwicklung von Studierenden mit eigenem Know-How und Erfahrungen zur Seite zu stehen. Die heutige Jury mit Lutz Huelle hat noch einmal den internationalen und professionellen Standard unserer Universität bekräftigt.