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    <title>ACHTUNG-MODE | ZEITGEIST</title>
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    <description>Achtung is Germany’s directional fashion magazine. It focuses on what is happening creatively in Germany, Switzerland and Austria and covers fashion movements from around the world. Founded 2003 in Berlin, the editorial spotlight is on designers, photographers, stylists, models, cities and landscapes, both here and abroad.</description>
	<managingEditor>post@achtung-mode.com (ACHTUNG mode)</managingEditor>
    <webMaster>mail@unit-berlin.de (unit-berlin)</webMaster>
	<copyright>Verlag Neunundsechzig</copyright>
	
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		 <title>ACHTUNG-MODE | ZEITGEIST</title>
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      <title>Pissende Nazis</title>
	  <description><![CDATA[<img src="http://www.achtung-mode.com/co/zeitgeistImg/sepp_4fb35c125281a.jpg" alt="Andreas Mühe by Esther Mathis" /><br/>Andreas Mühe by Esther Mathis<br/><br/>Malerische Landschaften, dichte Wälder, strahlend blauer Himmel: Auf den ersten Blick  erscheinen die Aufnahmen des Berliner Fotografen Andreas Mühe fast wie romantische Bilder des Alpenvereins. Doch spätestens die Figuren in den Szenarien weisen darauf hin, dass es hier keineswegs um naive Idylle sondern unweigerlich um ein Part deutscher Geschichte geht, in dem Landschaften und Fotografie als Propagandamittel von erheblicher Bedeutung waren. <br />
Ein Jahr lang hat Mühe sich seinem bisher persönlichstem Projekt gewidmet, das in seiner Inszenierung Zeichen setzt.  ACHTUNG sprach mit dem Fotografen Andreas Mühe anlässlich des Gallery Weekends über die fotografische Selbstinszenierung von Diktaturen, den Grusel-Tourismus am Obersalzberg und warum es wichtig bleibt, das Unfassbare einzuordnen. <br />
<br />
Achtung: Die Frage, die sich wohl als erstes stellt: Wie kommt man auf die Idee pissende Nazis am Obersalzberg zu fotografieren?<br />
<br />
Andreas Mühe: Die Idee ist dadurch entstanden, dass ich seit zehn Jahren gerne an großen architektonisch aufgeladenen Einheiten wie dem KdF-Bad Prora auf Rügen oder dem olympischen Dorf in Berlin fotografiert habe. Damals noch in Form von Modefotografie, aber diese Architektur hat mich schon immer interessiert. <br />
<br/><br/><img src="http://www.achtung-mode.com/co/zeitgeistImg/sepp_4fb35e53ee8ea.jpg" alt="SS-Mann am Scharitzkehl, Obersalzberg" /><br/>SS-Mann am Scharitzkehl, Obersalzberg<br/><br/>Achtung: Prora, Obersalzberg: Orte oder Formen von Ästhetik, die für viele eine Ideologie in sich tragen. Wie löst man die auf?<br />
<br />
Andreas Mühe: Findest Du, dass diese Bilder vom Obersalzberg, eine Ideologie in sich tragen?<br />
<br />
Achtung: Diese Bilder nicht, deinen früheren Arbeiten, die Du angesprochen hast, schon. <br />
<br />
Andreas Mühe: Aber genau das ist der Punkt. Mich hat damals diese Bildsprache fasziniert, die Fotografien und Filme von Leni Reifenstahl und Walter Frentz. Ich möchte mich dem aber nicht mehr einfach nur bedienen, sondern etwas Eigenes dazu sagen.<br />
<br />
Achtung: Also ist das Thema deiner Obersalzberg-Serie ein anderes.<br />
<br />
Andreas Mühe: Ja, es geht um Rückzugsorte von Diktaturen und deren Markierung von Landschaften. Die Nazis haben den Obersalzberg zum Führersperrgebiet abgezäunt und bewacht und im Prinzip einen kleinen Landstrich für sich besetzt, wo sie sich bewegt haben ohne jegliche Form von Öffentlichkeit – außer der eigens Inszenierten. Das ist das Thema für mich: das Benutzen von Landschaften für das eigene Image, für das eigene Größenverhältnis. Was passiert vor einem Berg, wenn Du einen kleinen Mann davor stellst? Er wird Erhabener. Die waren sich dem absolut bewusst. Hier entstanden die ersten privaten Aufnahmen der Führungsriege, eine makabre Inszenierung abseits des offensichtlich Politischen. <br />
<br />
Achtung: Geht es Dir um die Aufarbeitung von Geschichte oder allgemein um die Darstellungsformen von Macht? <br />
<br />
Andreas Mühe: Kunst sollte auch politisch sein. Das ist mir wichtig. Vielleicht geht es am Ende auch um die Fotografie an sich und ihre Darstellungsform von Macht. Der Nazismus, der dieser innewohnt, die Eitelkeit, die Bedeutung der eigenen Person. <br />
<br />
Achtung: Theoretisch könnte man auch sagen, dafür hätte man sich auch mit etwas anderem beschäftigen können. Das „Nazi-Thema“ bietet ja erstmal eine gewisse Angriffsfläche in sich. Warum ist Dir das Thema trotzdem wichtig?<br />
<br />
Andreas Mühe: Womit soll ich mich sonst beschäftigen? Ich möchte an Dingen arbeiten, die mich auch persönlich interessieren. Was dabei herauskommt, was die Leute davon halten, wird sich zeigen. Für mich persönlich ist eine politische Aufarbeitung einfach relevant. Die Zeit sich intensiv damit zu beschäftigen, nimmt sich doch heutzutage keiner mehr. Ich war zweimal fast ein halbes Jahr in Berchtesgaden. Wann nährst Du Dich denn in der heutigen Zeit noch so solchen Fragen an? Das Unfassbare begreifen. Irgendwie muss man die Debatte doch am Leben halten und das Geschehene einordnen.<br />
<br />
Achtung: Deine persönliche Einordnung, den Störer in den Bilder, sieht der Betrachter erst auf den 2. Blick: die urinierenden Nazis. Fängt die Dekonstruktion des Mythos nicht aber schon viel früher an – in dem der Mensch ins rechte Verhältnis zur Natur gesetzt wird? Nach dem Motto: Wer war zu erst da, der Berg oder der Nazi. <br />
<br />
Andreas Mühe: Hier geht es um die Frage, was immer noch nachhallt. Auf manchen Motiven, wie denen im Wald, erscheint der SA-Mann fast wie ein Geist zwischen den Bäumen. Der einfach da ist, den sie auch nie loswerden. Um den Mooslahnerkopf herum haben sie versucht alles wegzusprengen, die klassischen Sichtachsen, die gelernten Bilder aber bleiben. Die Menschen kommen immer noch auf den Obersalzberg um diesen Schauer des Gruselkabinetts zu spüren.  <br />
<br />
Achtung: Wird der Obersalzberg dein einziges Motiv bleiben oder wird es eine Weiterführung des Projekts geben?<br />
<br />
Andreas Mühe: Es gibt noch ein paar Motive, die ich vor Ort machen muss, danach werde ich einige Haltungsstudien im Studio umsetzen. Bis Herbst sollte alles fertig sein. Dann fangen wir an ein Buch zu produzieren und 2013 endet alles in einer großen Ausstellung. Grundsätzlich wird mich das Thema, deutsche Diktaturen, aber auch weiterhin beschäftigen. Deutschland ist groß genug, es gibt genug aufzuarbeiten. Der Wunsch, das alles einzuordnen – der wird bleiben.<br />
<br />
<br/><br/><img src="http://www.achtung-mode.com/co/zeitgeistImg/sepp_4fb35ea29edb1.jpg" alt="General am Watzmann, Obersalzberg" /><br/>General am Watzmann, Obersalzberg<br/><br/>Andreas Mühe: „Obersalzberg“, bis 23. Juni 2012, Dittrich & Schlechtriem, Tucholskystraße 38, Berlin. <br />
<br/><br/>]]></description>
      <guid>http://www.achtung-mode.com/en/zeitgeist/May 12/Pissende+Nazis</guid>
	  <author>post@achtung-mode.com (Nicole Urbschat)</author>
	  <link>http://www.achtung-mode.com/en/zeitgeist/May 12/Pissende+Nazis</link>
	  <pubDate>Wed, 16 May 2012 09:46:44 +0200</pubDate>
	      </item>   
	<item>
      <title>Comeback am Heiligen See</title>
	  <description><![CDATA[<img src="http://www.achtung-mode.com/co/zeitgeistImg/sepp_4fad062285299.jpg" alt="Wolfgang Joop by Gregor Hohenberg" /><br/>Wolfgang Joop by Gregor Hohenberg<br/><br/>Wer hätte noch etwas auf Wunderkind gegeben, Wolfgang Joops Baby, Editor´s Liebling der deutschen Modeszene in den nuller Jahren? Wer hätte geglaubt, dass er seine Villa Rumpf am Heiligen See in Potsdam nicht verkauft, wie vor einem Jahr angekündigt? Dass er dort doch wieder sein Atelier hat, eine Kollektion macht, ein paar Angestellte herbeiholt, obwohl seine Investoren verlorengegangen sind, obwohl der Streit mit Tochter Jette ihn aufreibt, obwohl, obwohl, obwohl? <br />
  <br />
Nicht mehr allzu viele Kenner der Modeszene hätten das geglaubt. Dann kam die Einladung für den vergangenen Donnerstag, nach Potsdam, in die neobarocke Türmchenvilla. Und dort ist dann bei wunderbarem Wunderkind-Wetter wirklich alles wie immer: gute Gäste, blühende Phantasie, schöne Mode. Sogar Joops elfengleiches Hausmodel Sara Sperling (sein Hausvogel sozusagen) hat die Krise überstanden und flattert durch den Raum, unterstützt von dem noch nicht so richtig entdeckten blonden Eisvogel Lea (ebenfalls von der Agentur Seeds). Außerdem hat Casting-Frau Gillian Wiechert weitere Models wie Iris Strubegger und Franziska Müller ausgesucht, die auf schön gestylt sind und nicht auf nicht-schön. <br />
  <br/><br/><img src="http://www.achtung-mode.com/co/zeitgeistImg/sepp_4fad0730f1e74.jpg" alt="Villa Rumpf am Heiligen See by Gregor Hohenberg" /><br/>Villa Rumpf am Heiligen See by Gregor Hohenberg<br/><br/>Und schon ist man mitten in der Mode. In Joops letzten Wunderkind-Kollektionen ging sie stark in experimentelle Formen und karnevaleske Farben. Nun beglaubigt er die geschäftliche Läuterung mit modischer Zurückhaltung. Statt wilder Grafiken zurückgenommene Kästchenmuster, die er aus den Kaleidoskopspiegeln an der Wand gewann. Statt untragbarer Formen nun eine Rückbesinnung auf klassische Formen, vor allem starke Jacken und Mäntel. Der Modemacher zeigt aber auch Krallen mit Raubtierdrucken und Witz mit Schuhen, die einen mit Ozelotaugen anstarren. Die drapierten Kleider sind einfach nur genial. <br />
  <br />
Und das Styling stimmt: Damian Foxe aus London, der die opulenten Strecken in „how to spend it“ verantwortet, hat oft Wunderkind für seine Modestrecken eingesetzt und auch an der letzten Wunderkind-Schau in Paris im Oktober 2010 gearbeitet. Jetzt ist er für eine Woche nach Potsdam gekommen und ist begeistert von Joops überschießender Kreativität. Sein klares Motto: „It´s not difficult to wear, but it´s not the girl next door.“ <br />
  <br />
Auch die anderen Gäste sind angetan. Christiane Arp lobt die Jacken und Mäntel. Nadja Auermann, die ein Kleid aus der letzten Kollektion trägt, ist „begeistert von der tollen Schneiderkunst“. Nadja, die ebenfalls Potsdamerin ist, hatte sich übrigens vor mehr als einem Jahrzehnt ebenfalls für die von dem Frankfurter Maler Fritz Rumpf gebaute Villa interessiert. Dann erhielt Joop den Zuschlag und renovierte sie liebevoll. Sie ist ihm nicht gram deshalb: „Man muss so ein großes Haus richtig beleben. Für eine Familie ist es schon sehr groß.“ Ihre Kinder könnten in der zentralen Halle im Erdgeschoss allerdings richtig gut Fußball spielen. Mindestens genauso gut eignet sie sich aber auch als Schauenraum mit melancholisch-altdeutschem Flair. <br />
  <br/><br/><img src="http://www.achtung-mode.com/co/zeitgeistImg/sepp_4fad147f077c0.jpg" alt="Raubtierdrucke sieht man nicht oft in Deutschland. Photo: Gregor Hohenberg" /><br/>Raubtierdrucke sieht man nicht oft in Deutschland. Photo: Gregor Hohenberg<br/><br/><br />
Apropos altdeutsch: Die erste Reihe war es auch. Natürlich müssen Isa Hardenberg, Ulrike Döpfner, Inga Griese, Nadja Auermann, Katja Kessler, Angelika Blechschmidt, Anna Maria Jagdfeld hier in der ersten Reihe sitzen. Aber an Internationalität mangelte es doch. Ein paar mehr Händler und Journalisten aus aller Welt hätten das gute Gefühl weitreichender Wirkung vermittelt. <br />
  <br />
Doch auch so ist es wie eine Befreiung für ihn. Am Ende küsst Wolfgang Joop einfach alle in der ersten Reihe ab, beginnend bei Nadja Auermann, bei Edwin Lemberg nicht endend. Das persönliche Ende passt zur intimen Atmosphäre des Salons mit seinen verspiegelten Leuchten, den üppigen Kronleuchtern und gedrechselten Säulen. Ja, er ist nicht nur zu seiner Marke zurückgegangen, sondern kopfüber in seine Kindheit, in jene Zeiten also, in denen Christian Dior oder Cristóbal Balenciaga persönlich für ihre Mode standen. Wolfgang Joop ist wieder da. Wer hätte das gedacht? <br />
<br/><br/>]]></description>
      <guid>http://www.achtung-mode.com/en/zeitgeist/May 12/Comeback+am+Heiligen+See</guid>
	  <author>post@achtung-mode.com (Alfons Kaiser)</author>
	  <link>http://www.achtung-mode.com/en/zeitgeist/May 12/Comeback+am+Heiligen+See</link>
	  <pubDate>Fri, 11 May 2012 14:26:50 +0200</pubDate>
	      </item>   
	<item>
      <title>Ratschlag ans Wunderkind</title>
	  <description><![CDATA[<img src="http://www.achtung-mode.com/co/zeitgeistImg/sepp_4f9affb664560.jpg" alt="Wolfgang Joop in Potsdam by Walter Pfeiffer" /><br/>Wolfgang Joop in Potsdam by Walter Pfeiffer<br/><br/>Bald dreht sich wieder alles um Wolfgang Joop, wenn es um Mode in Deutschland geht. Der Mann, der schon immer viel auf seine preußische Abstammung hielt, betritt am 10. Mai in Potsdam in seiner Villa Rumpf aufs Neue das Parkett, wenn er seine Marke Wunderkind wiederbelebt, die eine Weile schlummerte. Ob womöglich die Rückkehr seiner Freundin Jil Sander etwas damit zu tun hat, dass er nach all den Biennalen und Weihnachtsschaufenstern endlich wieder zur Mode zurückfindet? Für ACHTUNG steht fest: Wunderkind war und ist die einzige international relevante Modekollektion aus Deutschland, die sich den Luxus leistet, in ihrer Form- und Bildsprache ästhetisch die gesamte Kulturgeschichte Preußens  zu zitieren  – und noch dazu mehr als fünfzig heiß begehrte Arbeitsplätze in der Region Brandenburg schuf. Wenn es also jemanden gibt, der von der Villa am Potsdamer Seeufer bis zur Auswahl seiner Lieblingslektüre den Geist Preußens verkörpert, dann ist es Wolfgang Joop. Und so kann es auch nur „der Preuße in ihm“ sein, der Joop das stoische Durchhaltevermögen und notwendige Wahnsinns-Arbeitspensum für dieses Comeback beschert. Wir wünschen, das dies gelingt und haben vor der Schau am 10.Mai ein paar mehr oder weniger ernst gemeinte Ideen für den Designer:<br/><br/><img src="http://www.achtung-mode.com/co/zeitgeistImg/sepp_4f9b001b1b953.jpg" alt="Wunderkind Vanessa in der Villa Rumpf by Walter Pfeiffer" /><br/>Wunderkind Vanessa in der Villa Rumpf by Walter Pfeiffer<br/><br/>Geh anderen Firmen nicht mehr an die Wäsche. Schiesser braucht dich nicht, Wunderkind schon, vor allem deine volle Konzentration.<br />
<br />
Modedesigner sein ist schon schwer genug. Also lass die Kunst Kunst sein, selbst wenn Du Dich als einziger mit Karl Lagerfeld um den Titel "Bester Modeillustrator" schlagen kannst. Wer so viel Kunstgeschmack hat wie Du und präzise sammelt, sollte nicht mehr das Lager wechseln und nach Venedig gehen.<br />
<br />
Selbst wenn es Dir weh tut, dass mit deinem Namen Schindluder getrieben wird: Hör auf, mit deiner Rückkehr zu kokettieren. Dass Herr Pichler und die Holy Fashion Group kein Gefühl für die Marke Joop besitzen, ist spätestens seit der sinnlosen Orientierung zu „Joop Berlin“ bewiesen.<br />
<br />
Finde eine neue Muse! Wir schlagen Toni Garrn als Model (findet Ralph Lauren auch) und Nicolette Krebitz vor. Alles was vom Boulevard kommt, muss Wunderkind kaufen und sollte es nicht auf dem Roten Teppich spazieren führen.<br />
<br />
Überlass dem Herrn Lemberg ruhig die Image-Sachen. Der Mann hat Geschmack und gehört zu Dir.<br />
<br />
Bitte besorg Dir eine neue Handynummer und nimm dann ein Jahr lang nur ab, wenn Du weißt, wer anruft. Es könnte ja die "Bunte", "WamS" oder "Bild" sein. Und wir wollen Dich als Modestar, nicht als Kommentator von Wasserstandsmeldungen der Popkultur.<br />
<br />
Setze Deinen Namen richtig ein. MBT Gesundheitsschuhe und Wunderkind, das war nur ein Anfang. Verdiene Geld mit Koffern für Rimowa, Business-Class-Design für Lufthansa oder Modeideen für Mercedes Benz. Das machen andere Designer auch, denn wer lebt schon vom Modeumsatz allein?<br />
<br />
<br/><br/>]]></description>
      <guid>http://www.achtung-mode.com/en/zeitgeist/April 12/Ratschlag+ans+Wunderkind</guid>
	  <author>post@achtung-mode.com (Markus Ebner)</author>
	  <link>http://www.achtung-mode.com/en/zeitgeist/April 12/Ratschlag+ans+Wunderkind</link>
	  <pubDate>Fri, 27 Apr 2012 22:19:54 +0200</pubDate>
	      </item>   
	<item>
      <title>Voo Men</title>
	  <description><![CDATA[<img src="http://www.achtung-mode.com/co/zeitgeistImg/sepp_4f8b2e3a2a072.jpg" alt="Der Voo Store in Kreuzberg" /><br/>Der Voo Store in Kreuzberg<br/><br/>Wer heute nach Berlin kommt, sucht eben jenes Berlin nicht mehr in Mitte, sondern in Kreuzberg. Wohl kaum ein andere Ecke Berlins hat nach aller Ost-Berlin-Bezogenheit je so die volle Hipster-Dröhnung abbekommen wie eben jene Straßen rund um das Kottbusser und  das Schlesische Tor. Wie also betreibt man einen Concept-Store in einem Stadtteil in dem schon die Eröffnung einer Kaffee-Kette zu massiven Protesten führt? <br />
Achtung sprach mit dem Voo-Owner Yasin Müjdeci und dem Buyer Herbert Hofmann über das Schreckgespenst Gentrifizierung und warum es den Voo-Store nur in Kreuzberg und nicht in Mitte geben kann. <br />
<br/><br/><img src="http://www.achtung-mode.com/co/zeitgeistImg/sepp_4f8b2ee7741bf.jpg" alt="Voo-Owner Yasin Müjdeci und Buyer Herbert Hofmann " /><br/>Voo-Owner Yasin Müjdeci und Buyer Herbert Hofmann <br/><br/>Achtung: Inwiefern lebt denn Voo von dieser Hinterhof-Geheimtipp-Aura, die es hat?<br />
<br />
Herbert: Wir sind in Kreuzberg und im Hinterhof, was beides ein wenig gewagt ist, aber das macht den eigentlichen Reiz für uns aus. Es macht unglaublich viel Spaß zu sehen, dass der Laden noch ein bisschen versteckt ist und wir nicht nur aufs Verkaufen ausgerichtet sind. Natürlich denkt man sich oft, wenn der Laden in Mitte wäre, dann hätten wir dreimal, viermal so viele Kunden. <br />
<br />
Achtung: Für viele ist Kreuzberg der nächste Standort einer großen Gentrifizierungsentwicklung. Glaubt ihr Voo würde von solch einer Entwicklung profitieren oder würde sie dem Laden eher schaden?<br />
<br />
Herbert: Schwierig zu sagen, wir machen uns weniger Gedanken darüber, von was wir profitieren würden, als dass wir uns integrieren wollen. Wir haben ja auch keine riesige Neon-Reklame an der Straße. Es gibt genug Leute, die jeden Tag hier vorbeilaufen und den Laden gar nicht kennen. Ich glaube wir vermitteln ganz gut, dass es uns nicht darum geht Mitte nach Kreuzberg zu holen. <br />
<br />
Yasin: Gentrifizierung ist für niemanden gut. Ich hoffe die Leute hier sehen uns als eine positive Weiterentwicklung; dass wir hier Ideen voranbringen, die auch für sie nützlich sind. <br />
<br />
Achtung: Euch scheint neben dieser lokalen Verbundenheit trotzdem auch euer internationaler Ruf sehr wichtig zu sein, seht ihr euch als Berliner Store oder eher als internationaler Store in Berlin?<br />
<br />
Herbert: Es ist auf jeden Fall ein Berliner Store mit Kreuzberger Attitüde. Wir sind ja alle keine 'richtigen' Berliner oder Kreuzberger, aber was uns verbindet ist die Liebe zu Kreuzberg, die Diversität an Kulturen und Sachen die man sieht. <br />
<br/><br/><img src="http://www.achtung-mode.com/co/zeitgeistImg/sepp_4f8b2f443af0e.jpg" alt="Im Voo Store 1" /><br/>Im Voo Store 1<br/><br/>Achtung: Liegt der Fokus bei euch denn mehr auf Berliner Designern? Oder ist euch das völlig egal?<br />
<br />
Herbert: Es ist nicht direkt egal, es geht aber auch oft einfach um das Gefühl, das uns die Leute vermitteln. Nur weil es ein Berliner ist, muss es nicht heißen, dass seine Produkte gut sind. Aber ich glaube wir verkaufen mehr Labels die nicht aus Berlin kommen, würde ich jetzt mal so pauschal sagen. <br />
<br />
Achtung: Welche Berliner würdet ihr denn dann als up-and-coming bezeichnen? Wer ist Euch wichtig?<br />
<br />
Herbert: Es gibt da einige, Mono.Kultur zum Beispiel, ein Magazin, das wir super gerne mögen. Die Berliner Designer die wir unterstützen, wie Hien Le, Issever Bahri und Reality Studio. Und es gibt einen jungen Grafikdesigner, der mit seinem Brillenlabel R.T.CO einen unglaublich guten Job macht. <br />
<br />
Yasin: Oder die Möbel von Sigurd Larsen der aus Dänemark stammt, aber in Berlin lebt.<br />
<br />
Achtung: Yasin, Herbert ist jetzt seit letztem Jahr verantwortlich für das Buying bei Voo, warum hast du dich speziell für ihn entschieden? <br />
<br />
Yasin: Ich habe bemerkt, dass Herbert denkt wie ich, was es einfach macht mit ihm zusammenzuarbeiten. Zweitens hat sich Herbert nicht einfach nur für den Job interessiert, sondern für den Laden an sich. Und die andere Sache ist natürlich Herberts Geschmack, der, ich will nicht sagen 'basic' ist, aber...<br />
<br />
Herbert: ...klassisch?<br />
<br />
Yasin: Klassisch auf jeden Fall, aber mit viel Liebe zum Detail. Mit vielen Kleinigkeiten, die es selbst zu entdecken gibt. Ich denke, dass ist seine große Fähigkeit. <br />
<br />
Herbert: Es war ein sehr natürlicher Prozess, ich war vorher für die PR von Voo verantwortlich und irgendwann haben wir uns auch angefreundet. Ich kannte Voo von der Presseseite, als Kunde und natürlich kannte ich auch viele Marken hier sehr gut. Man kann ja auch nicht lernen Einkäufer zu sein, dass macht man einfach. <br />
<br />
Achtung: Bei eurer Eröffnung im November 2010 hattet ihr den Begriff 'Voo' extra als ein Fantasiewort gebraucht, damit er von euch neu besetzt werden kann, denkt ihr das hat funktioniert?<br />
<br />
Herbert: Unsere Kunden sollen den Begriff füllen. So wie wir auch nicht wissen, was das heißt oder was es genau bedeutet, hat da jeder andere Assoziationen. Die einen denken sofort an Voodoo und an etwas Mysteriöses, andere denken einfach an gar nichts. <br />
<br />
Achtung: Was könnte man denn mit 'Voo' assoziieren, jetzt nach anderthalb Jahren?<br />
<br />
Herbert: Ich hoffe eine tolle Auswahl an Produkten und eine freundliche Grundstimmung, das letzte ist uns am Wichtigsten. <br />
<br />
Voo-Store<br />
Oranienstraße 24<br />
10999 Berlin<br />
<br />
Mon - Sat 11-8<br />
www.vooberlin.com<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br/><br/><img src="http://www.achtung-mode.com/co/zeitgeistImg/sepp_4f8b2f8a6e25b.jpg" alt="Im Voo Store 2 Alle Fotos: Myriam Lutz" /><br/>Im Voo Store 2 Alle Fotos: Myriam Lutz<br/><br/>]]></description>
      <guid>http://www.achtung-mode.com/en/zeitgeist/April 12/Voo+Men</guid>
	  <author>post@achtung-mode.com (Philipp Humm)</author>
	  <link>http://www.achtung-mode.com/en/zeitgeist/April 12/Voo+Men</link>
	  <pubDate>Sun, 15 Apr 2012 22:22:31 +0200</pubDate>
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