Seitdem der französische Designer Romain Kremer 2014 Kreativdirektor bei Camper wurde, fällt die spanische Schuhmarke mit Hauptsitz auf Mallorca regelmäßig durch spannende Kooperationen auf. Auch an den Füßen der Modeszene sieht man die Modelle, allesamt mit Wiedererkennungswert, in letzter Zeit häufiger. Für die Frühjahr-Sommerkollektion 2017 hat Camper für deren Künstlerprogramm „Twins“ unter dem Titel Camper by Isamaya Ffrench mit der progressiven Make-up-Artistin und Multikünstlerin Isamaya Ffrench zusammengearbeitet, die in der Vergangenheit bereits Campers Anzeigen einen explosiven Look verpasste.

Isamaya Ffrench fotografiert von Josh Woods

Herausgekommen ist dabei ein neues Turnschuhmodell, dessen Launch während der Pariser Modewoche im Shop im Marais gefeiert wurde. Die Kampagne dazu entstand übrigens in Island und wurde von Josh Wilks fotografiert. Schon mit jungen Jahren übte sich Ffrench in High Board Diving, Kampfsport und Tanz. Entsprechend athletisch und funktional fällt der Schuh aus. Einerseits erinnert seine geradlinige Form an Fußballsneaker, andererseits sind glänzende Flächen im Obermaterial eine Referenz auf Segelschuhe. Dazu passt der wasserabweisende Reißverschluss. Eine klobige Sohle und die streng monochrome Farbgebung in Schwarz, Weiß und Rot sorgen schließlich für das richtige Level an Zeitgeist.

Camper by Isamaya Ffrench: Momochrome Farben und eine sportliche Silhouette bestimmen den Look

So weit, so gut. Hier wäre aber wohl nicht Ffrench am Werk, zu deren Kunden Tom Ford Cosmetics, Hermès, Moncler oder YSL Beauté gehören, wenn sie sich nicht noch etwas ins Auge stechendes überlegt hätte. Die Schuhe sind je plakativ mit den Worten „sport“ und „twins“ versehen, verweisen also auf Campers seit 20 Jahren existierendes Künstlerprogramm („twins“) genauso wie auf das Thema des Schuhs („sport“). Allerdings sind die Worte in arabischen Schriftzeichen niedergeschrieben — damit ist in der Modewelt Aufmerksamkeit garantiert.

Arabische Schriftzeichen haben mehr Bedeutung als das bloße Wort, das sie verkörpern

Wer kein arabisch versteht, kann die Zeichen nicht lesen. Während das aufgeschlossene Mitbürger und Modefans eher fasziniert, kann das auf die große Masse gar provozierend wirken. Junge Streetwearlabels leisten mit Hilfe arabischer Sprache primär auf Hoodies oder Caps gerne einen Beitrag zu mehr Aufgeschlossenheit innerhalb der Gesellschaft. Von einem international agierenden, im Premiumsegment angesiedelten Unternehmen wie Camper ist das durchaus mutig, dafür hagelt es Lob aus den Fashion Redaktionen.