Seit drei Jahren gestalten die italienischen Designer Gianpaolo Tucci und Giulio D’Alessio gemeinsam Mode für ihr Label Atelier About. Mit ihren dekonstruierten, straßentauglichen Unisex-Designs passen sie in die deutsche Hauptstadt. Entworfen und ausgearbeitet wird hier, während die Produktion im Heimatland passiert. Quasi Berliner Mode made in Italy. Die kommt in dieser Saison politisch daher.

Atelier About
Die Gesichter der Models waren teils bis zur Unkenntlichkeit verhangen

Für die Herbst-/Wintersaison 2017 setzten sich die beiden mit der existierenden Angst vor Terrorismus auseinander. Das zeigte sich nicht nur in der dunkel geladenen Atmosphäre des kahlen Raumes mit den riesigen Decken im Berliner Kaufhaus Jandorf, sondern vorrangig in der Kleidung. Wie selbstverständlich schmückten Militärkörpergurte, Handgranaten-Attrappen und Palästiner-Tücher die Models der Schau, deren Gesichter teils bis zur Unkenntlichkeit verhangen waren. Hauchfein zeichneten sich ebenfalls die Worte „Fear“ und „Love“ als rote, praktisch „auslaufende“ Nähte auf der Vorder- und Rückseite eines weißen Kapuzen-Hoodies ab. Denkt hier noch wer an Blut?

Beinahe könnte man meinen, sie wollten Kämpfer bekleiden. Die eigentliche Message lautete dann aber: „Don’t think too much about it“, die sie auf die Kleider brachten. Tucci und D’Alessio wollen wie so viele andere Designer auch zum Nachdenken animieren und ein Zeichen setzen. Glücklicherweise schaffen sie es gleichzeitig, unseren politisch geladenen Zeiten mit ihrer Mode etwas die Schwere zu nehmen.

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