Im Schmucksegment ist das noble Gold als Material noch immer ungeschlagen. Dank seiner ästhetischen Schönheit und Stabilität am Markt verspricht es neben der schmückenden Wirkung auch Sicherheit und Geborgenheit. Wohl deshalb galt Goldschmuck unter modischen Gesichtszügen betrachtet lange als staubig — zumindest in seiner klunkerhaften Form, die stets an alte parfümierte Damen denken ließ. Heute kehrt er zurück, doch viel subtiler und minimalistischer.

Eine Verfechterin dieser neuen reduzierten Ästhetik ist Lilian von Trapp, die zum Schmuckdesign kam, weil sie von ihrer Mutter tonnenweise Schmuck erbte — jene Art von großen Klunkern, die sie selbst nicht tragen würde, die aber viel zu schade wären, um sie in der Schublade verstauben zu lassen. Aus alten Erbstücken goss sie neuen filigranen Schmuck. Der nachhaltige Gedanke dabei gefiel ihr. Und weil sie oft darauf angesprochen wurde, entschloss sich die gelernte Juristin, ein eigenes Label zu gründen.

Der Gedanke an Nachhaltigkeit ist in der Welt des Echtschmucks kaum vertreten — in der Regel sind wertige Ringe oder Ketten ja ohnehin auf Beständigkeit angelegt. „Vergessen wird dabei oft, wie Goldabbau in den Minen heute funktioniert“, sagt Lilian von Trapp. „Das Material wird unter Einsatz von Chemikalien und oft von Kindern abgebaut. Von den Giftstoffen bleiben Folgeschäden, obendrein ist es harte körperliche Arbeit. Deshalb benutze ich recyceltes Gold.“

Nachhaltigkeit ist bei Lilian von Trapp nicht nur Trend, sondern Philosophie. So sagt die Designerin: „Nachhaltigkeit bedeutet auch, in Stücke zu investieren, die man nicht nur ein paar Mal trägt, sondern die einen ein Leben lang begleiten“ — was eben nicht bei jedem Erbstück gegeben ist. Warum also nicht einschmelzen? In ihrer neuesten Capsule-Kollektion arbeitet sie nun erstmals nicht nur mit Gold, sondern auch mit Diamanten. Vintage, versteht sich!

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